Der Steckbrief des heutigen Autokäufers sieht so aus: Berufslehre, Matura oder höhere Berufsausbildung. Erwerbstätig mit mindestens einem Kind und einem Bruttolohn von 7500 Franken monatlich. Zudem ist er in 58 Prozent der Fälle männlich.

Dies ergibt eine Umfrage des Beratungsunternehmens Ernst Basler und Partner zum Autokaufverhalten in der Schweiz.

Trotzdem: Ein Statussymbol ist das Auto schon lange nicht mehr. Studienleiter Peter de Haan sagt: «67 Prozent der gesamten Mobilität findet mit dem Auto statt. Der Autobesitz hat heute kein Prestigestatus mehr, denn Autos sind mittlerweile deutlich günstiger als früher.» Zumindest so günstig, dass sich fast jede Einkommensklasse ein Gefährt leisten kann.

Immerhin sind 5 Millionen Personenwagen mit Schweizer Kennzeichen auf den Strassen unterwegs. Zumeist sind es die Männer, die den Autokauf tätigen. Peter de Haan bestätigt: «Männer sind häufiger an Autokäufen beteiligt als Frauen.» Zumindest, sagt de Haan süffisant, glaubten sie, die Kaufentscheidung an Stelle der Partnerin zu treffen. Diese aber sitzen laut Umfrageergebnissen genauso häufig hinter dem Steuer wie die Männer.

Junge kaufen Occasion

Grosse Unentschlossenheit zeigen die Befragten bei der Entscheidung, ob sie beim nächsten Kauf einen Neuwagen oder eine Occasion kaufen würden. Die Wahl zwischen Neu- oder Gebrauchtwagen hat dabei wenig mit der Umwelt zu tun. Vielmehr mit dem Alter: «Junge bevorzugen Occasionen.» Wenn das Einkommen über die Zeit steige und die Käufer mehr Geld haben, entschieden sie sich für einen Neuwagen. «Das ist der klassische Verlauf», sagt de Haan. Einen Einfluss hat auch die Eurokrise: Die Neuwagen sind verhältnismässig so günstig wie noch nie, was die Verkäufe ankurbelt.

Die Art des Treibstoffes war bislang kaum von Bedeutung: «Den Leuten ist es relativ egal, ob das neue Auto mit Benzin oder Diesel fährt», sagt de Haan. Aufgrund der technischen Entwicklung sei zwischen Benziner und Diesel beim Fahrverhalten und den Emissionen kaum ein Unterschied zu spüren.

Früher seien Benziner gegenüber dem Diesel deutlich bevorzugt worden. Inwiefern die als VW-Skandal publik gewordenen manipulierten Abgastests von Dieselmotoren die Nachfrage beeinflusst, kann derzeit nur schwer abgeschätzt werden.

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40- bis 60-Jährige kaufen öfter

Der Zeitraum bis zum nächsten Autokauf hängt vom Konjunkturverlauf ab. In Folge der tieferen Preise durch die Eurokrise planen 2015 immerhin 48 Prozent der Befragten, in den nächsten drei Jahren ein Auto zu kaufen. Dabei spielt auch das Alter der Autofahrer eine Rolle: Bis 42 und ab 82 wird seltener ein Auto gekauft, als dies im mittleren Alter der Fall ist.

Und wenn gekauft wird, dann, um das alte Auto zu ersetzen. Ausser es handelt sich um einen Erstkauf. Lediglich 13 Prozent der Befragten würden sich ein zusätzliches Auto leisten.

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