Zürich und Basel

Komplette Automatisierung: Flughäfen setzen auf Self-Service-Gepäckschalter

Gehört der bemannte Check-In bald der Vergangenheit an? Flughäfen streben eine vollkommene Automatisierung an..JPG

Gehört der bemannte Check-In bald der Vergangenheit an? Flughäfen streben eine vollkommene Automatisierung an..JPG

Die Zukunftsvision ist nicht mehr weit weg: Seit Jahren versuchen die Flughäfen dieser Welt, den Prozess vom Check-in bis zum Betreten des Flugzeugs komplett zu automatisieren. Die persönliche Bedienung durch einen Menschen: obsolet. Bei der Passkontrolle oder dem Einchecken ist dies vielerorts bereits der Fall. Nun geht der Flughafen Zürich einen Schritt weiter. Er plant, 20 Self-Service-Gepäckautomaten zu installieren und im Gegenzug 16 bemannte Check-in-Schalter aufzugeben.

Betroffen sind die Check-in-Bereiche 2 und 3. Ab Herbst finden erste Tests «hinter den Kulissen» statt. Zum Einsatz dürften sie laut eines Sprechers im zweiten Quartal 2020 kommen. Allein zehn Maschinen werden für die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, reserviert sein. Voraussetzung für die Benutzung ist, dass der Passagier bereits eingecheckt ist.

Konsequenz: Stellenabbau?

Ins Projekt involviert sind auch die Hub-Airline Swiss und die Abfertigungsfirma Swissport, die heute das Check-in-Personal in Zürich stellt. Die Baukosten betragen zwei Millionen Franken. Zum Zug kommt das Modell «AirGo 2.0» der deutschen Firma Materna IPS, gefertigt werden die rund 100 000 Franken teuren Maschinen in Dänemark. In Toronto, Hamburg oder London-Gatwick kommen sie bereits zum Einsatz.

Als Grund für diesen Schritt nennt der Flughafen-Sprecher die Bedürfnisse der Passagiere nach mehr Flexibilität sowie den Kostendruck bei den Airlines und anderen Flughafen-Partnern. Die neuen Gepäckautomaten werden laut des Sprechers nicht völlig ohne Personal auskommen. Es brauche Mitarbeitende zur Eingangskontrolle und zur Unterstützung der Passagiere. Zudem werde es weiterhin regulär bediente Schalter geben.

Ein grosser Vorteil sei, dass mit den neuen Modellen die Check-in-Öffnungszeiten deutlich länger seien. Deswegen erhoffe man sich kürzere Wartezeiten für die Passagiere. So lautet denn auch der Wunsch der Swiss. Eine Sprecherin der Firma Swissport sagt, durch die Automaten würden keine der 2500 Stellen in Zürich wegfallen. Das Personal werde künftig vermehrt bei der Benutzung der Drop-off-Schalter helfen und Dokumenten- und Handgepäck-Kontrollen durchführen.

Auch am Basler Euro-Airport sollen laut einer Sprecherin Gepäckautomaten spätestens 2021 zum Einsatz kommen.

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