"Wir wollen keine Megafusion tätigen", sagte der Ehrenpräsident und Mehrheitsbesitzer Klaus-Michael Kühne am Donnerstag zur "Handelszeitung". Die Integrationsprozesse seien problematisch. Zudem würden gemeinsame Kunden oft "sehr allergisch" auf so einen Zusammenschluss reagieren. "Man verliert automatisch einen Teil des Geschäftes."

Panalpina hatte vor einer Woche ein vier Milliarden Franken schweres Übernahmeangebot von der dänischen DSV erhalten. Schnell kursierten danach in der Finanzszene wie in der weltweiten Logistikbranche die Vermutung, auch Kühne+Nagel könnte sich ins Bieterverfahren einschalten.

"Panalpina ist überbewertet"

"Wir wollen aus uns selbst heraus wachsen", stellte Kühne klar. Um für Kühne+Nagel attraktiv zu sein, müsste Panalpina schon viel tiefer bewertet sein als heute: "Vielleicht so, wie es noch vor einem Jahr der Fall war, dann wäre es vielleicht finanziell ein attraktives Objekt."

"Wenn die Dänen eine noch hoffnungslos überbewertete Panalpina unbedingt erwerben wollen, dann kann man das nicht verhindern", sagte Kühne gegenüber dem Blatt.

Dass Panalpina überbewertet sei, könnte Cevian Capital aufstossen. Die schwedische Investmentgesellschaft ist seit acht Jahren in Panalpina investiert und hält mittlerweile einen Anteil von gut 12 Prozent. Cevian beteiligt sich nur an Unternehmen, die man an der Börse für unterbewertet hält.

VR-Präsident aus dem Amt gedrängt

Und dieser Grossaktionär Cevian hatte bei Panalpina zuletzt massiv Druck aufgebaut. Vor gut zwei Monaten zog der kritierte Verwaltungsratsräsident Peter Ulber die Konsequenzen und nahm seinen Hut. Er stellt sich an der nächsten Generalversammlung nicht mehr zur Wahl. Ulber hatte nach Ansicht von Cevian Gespräche zu einer möglichen Übernahme der Firma blockiert.

Ob DSV - oder ein anderer Interessent - bei Panalpina zum Zug kommt, dürfte vor allem von der Ernst Göhner Stiftung abhängen. Diese hält rund 46 Prozent der Panalpina-Anteilen.

Klaus-Michael Kühne amtiert als Ehrenpräsident von Kühne+Nagel und besitzt indirekt eine 53-Prozent-Mehrheit am Logistikriesen.