Wirtschaft

«Im schlimmsten Fall 2,9 Milliarden»: Reisebranche rechnet weiterhin mit hohen Verlusten

Die Reisebranche rechnet dieses Jahr mit hohen Verlusten.

Die Reisebranche rechnet dieses Jahr mit hohen Verlusten.

Die Reisebranche ist laut dem Schweizer Reiseverband (SRV) infolge der Coronakrise grundlegend gefährdet und rechnet auch im zweiten Halbjahr mit hohen Verlusten.

(agl) Die Reisebüros hätten in der Coronakrise kaum noch Umsatz gemacht und gleichzeitig Kosten für Repatriierungen und Umbuchungen in Kauf nehmen müssen, teilte der SRV am Donnerstag mit. Für das erste Halbjahr werde der Umsatzrückgang auf rund 60 Prozent geschätzt, 83 Prozent der Mitarbeitenden seien von Kurzarbeit betroffen gewesen.

Auch die unmittelbaren Zukunftsaussichten für die Reisebranche sind gemäss dem SRV düster, bei einer Befragung im Juni hätten die Branchen-Exponenten für das zweite Halbjahr 70 Prozent weniger Umsatz erwartet. Im schlimmsten Fall sei mit Verlusten in der Höhe von rund 2,9 Milliarden Franken zu rechnen sowie mit einem «wenigstens vorübergehenden» Arbeitsplatzverlust von etwa 3000 Vollzeitstellen.

Nationalrat beschliesst Härtefallregelung

Die Reisebranche sei in diesem Jahr grundlegend gefährdet, so der SRV. Vor der Pandemie sei sie gesund gewesen. Im Jahr 2019 hätten die Schweizer Reisebüros ihren durchschnittlichen Umsatz gar um 9,6 Prozent steigern können.

Der SRV fordert in seiner Mitteilung nun «effektive und rasche» Hilfe durch den Bund. Diese könnte schon bald Realität werden. Der Nationalrat hat am Mittwoch eine Härtefallregelung beschlossen, um Unternehmen zu unterstützen, die besonders von der Coronakrise betroffen sind. Dadurch sollen unter anderem Unternehmen der Reisebranche und touristische Betriebe finanzielle Hilfe erhalten. Die Zustimmung des Ständerats zur neuen Regelung steht noch aus.

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