Rio de Janeiro, Moskau, Miami: Viele Schweizerinnen und Schweizer haben Sommerferien und einen Flug in die Ferne gebucht. Mit über 100'000 Passagieren herrschte am Samstag Grossandrang am Zürcher Flughafen. Tage mit derart vielen Gästen haben innert kürzester Zeit deutlich zugenommen, wie die folgende Grafik zeigt. Dieses Jahr bevölkern an fast jedem vierten Tag mehr als 100'000 Passagiere den Flughafen, die dort ein-, aus- oder umsteigen.

Der Flughafen stösst an seine Grenzen. Gute Planung ist da unausweichlich: Es braucht genug Personal beim Check-in, bei der Bordkartenkontrolle, bei der Sicherheit und in der Gepäckverarbeitung. In dieser Abteilung spürt man das Passagierwachstum deutlich: "Der Stress steigt", sagt Ralph Hoppenheit, Leiter Gepäcksortiersystem, zum Regionalsender Tele M1. Ein "Handling Agent" verfrachtet pro Tag mit Grossandrang 20 Tonnen Gepäck in Handarbeit.

Beim Check-in ist im Vorteil, wer Geduld mit bringt.

Beim Check-in ist im Vorteil, wer Geduld mit bringt.

"Es verwundert uns immer wieder"

Auch die Sicherheitkräfte sind gefordert: Niemand soll wegen zu langer Wartezeiten den Flug verpassen, wie das am Samstag in Basel passiert ist. An solchen Tagen sei es besonders wichtig, dass der Passagier sich sehr gut auf die Sicherheitskontrolle vorbereitet, sagt Julia Eisenträger, Projektleiterin Airport Security. "Er sollte sich zuhause informieren, wie er richtig packen muss." Ein Problem sind Flüssigkeiten: Behälter mit mehr als 100 Milliliter flüssigen Inhalts darf man im Handgepäck nicht durch die Sicherheitskontrolle mitnehmen. "Das ist ein ständiges Thema, es verwundert uns immer wieder", sagt Eisenträger.

Ein Ende des Flugbooms ist nicht absehbar – trotz diverser Protest-Aktionen wie jener am Samstag am Flughafen Zürich, wo sich rund 70 Personen tot stellten. Dieses Jahr erwartet der Flughafen ein Passagierwachstum von drei Prozent. (mwa)