Corona-Virus

Der Pharmakonzern Roche stützt den Schweizer Aktienmarkt

Die Börsen sind weltweit infiziert: In Hongkong stehen alle Zeichen auf rot.

Die Börsen sind weltweit infiziert: In Hongkong stehen alle Zeichen auf rot.

Am Montag gab es an den Börsen gewaltige Ausschläge In der Schweiz sank der Index am wenigsten – dank eines Corona-Tests aus Basel.

Regierungen und Zentralbanken kämpfen mit allen Mitteln, um die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus einzudämmen. Doch die Investoren wollen sich nicht beruhigen lassen. Und so fallen die Börsen von einem Extrem ins nächste. Die Schweizer Börse scheint bis zum Mittag einen neuen Negativrekord zu schreiben. Doch am Nachmittag gelingt ein Comeback.

Am frühen Nachmittag ist der Swiss-Market-Index (SMI) auf 7650 Punkte gefallen. Hätte der Handel auf dieser Marke geschlossen, es wäre der vierthöchste Tagesverlust in der 32-jährigen Geschichte des Schweizer Leitindexes gewesen. Dieser börsenhistorische Tag wäre jedoch nur zwei Tage auf einen noch höheren Tagesverlust gefolgt. Am letzten Donnerstag hatte der SMI gar um 9,6 Prozent nachgegeben.

Roche fällt erst tief, schnellt dann in die Höhe

Doch es kommt anders. Der SMI klettert zwischenzeitlich um über 9 Prozent in die Höhe. Am Abend bleibt ein Verlust von nur 1,7 Prozent. Die Rückkehr aus der Tiefe ist Roche zu verdanken. Der Basler Pharmakonzern fällt erst, schnellt dann um über 10 Prozent hinauf. Hintergrund ist der neue Corona-Test von Roche. Er dauert nur dreieinhalb Stunden, monatlich lässt er sich millionenfach durchführen. Zuvor vergingen Tage, bis ein Ergebnis vorlag. Nur geringe Verluste hatten auch die Schwergewichte Nestlé und Novartis.

Nach diesem doch nicht so schwarzen Börsenmontag wird eines klar: Welche SMI-Unternehmen am stärksten vom Corona-Virus getroffen sind. Grösster Verlierer ist die Credit Suisse. Die Grossbank hat am Montag nochmals 9,4 Prozent verloren. Die stolze Zürcher Bank ist an der Börse nur halb so viel Wert wie zu Jahresanfang. Die Aktie wird mit 6.60 Franken bewertet. Ein neuer Tiefstwert. Auf Rang zwei der Verlierer folgt die Swiss Re. Der Rückversicherer hat ebenfalls schon 45 Prozent verloren. Offenbar fürchten die Investoren, dass die Swiss Re beträchtliche Corona-Kosten wird abdecken müssen.

Miserabel schneidet auch Adecco ab. Der Stellenvermittler ist um 44,5 Prozent eingebrochen im Vergleich zum Jahresanfang. Die Börse fürchtet, dass Adecco unter einem Konjunktur-Einbruch leiden wird. Die Wirtschaft wird dann weniger Stellen besetzen müssen, und dies in allen Industrie- staaten.

Oase der Zuversicht, zumindest im Vergleich

Total sind sechs SMI-Konzerne um über 40 Prozent eingebrochen. Neben Credit Suisse, SwissRe und Adecco sind es: der Baukonzern LafargeHolcim, der Versicherer Swiss Life und der Bieler Uhrenkonzern Swatch Group. Vergleichsweise unbeschadet sind durch die Krise gekommen: der Pharmazulieferer Lonza (–6,1%), der Telekomkonzern Swisscom (–6,7%) und der Pharmakonzern Roche (–7,4%).

Die Schweiz war am Montag im internationalen Vergleich eine Insel der Zuversicht. An anderen Handelsplätzen war die Stimmung düsterer. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 war 5,25 Prozent im Minus, der deutsche Dax 5,3 Prozent. In den USA ist die Börse nicht beeindruckt von den drastischen Schritten der eigenen Notenbank. Das US-Fed setzt den Leitzins um einen Prozentpunkt, auf null Prozent. Doch der Dow Jones steht am Abend um 9,2 Prozent tiefer.

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