Abgang von Iqbal Khan

CS-Affäre: Verwaltungsrat stützt Konzernchef Tidjane Thiam – und kontert Entlassungsspekulationen

Tidjane Thiam, Chef der Credit Suisse, scheint die Unterstützung des Verwaltungsrats der Bank zu haben.

Tidjane Thiam, Chef der Credit Suisse, scheint die Unterstützung des Verwaltungsrats der Bank zu haben.

Laut einem Bericht der Zeitung «Financial Times» soll das oberste Führungsgremium der Grossbank hinter seinem Chef Tidjane Thiam stehen. Gestützt wird der Verwaltungsrat in seiner Haltung von einem Grossaktionär.

Sind die Tage von Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam gezählt? Diese Frage stellt sich seit einer Woche. Der Grund: Die CS liess Iqbal Khan, ihren früheren Chef der Vermögensverwaltung, von Privatdetektiven beschatten. Die Grossbank wolle verhindern, dass er Kunden oder Mitarbeiter für seinen neuen Arbeitgeber UBS abwirbt.

Offenbar steht jedoch der Verwaltungsrat der Credit Suisse hinter Thiam. Dies berichtet das britische Wirtschaftsblatt «Financial Times». Es sei das gute Recht der Bank gewesen, herauszufinden, ob Khan Mitarbeiter oder Kunden zur UBS mitnimmt. Das oberste Führungsgremium der Bank sei in der Einschätzung dieser Sache einig, schreibt die Zeitung.

Allerdings habe der Verwaltungsrat den «finalen» Bericht der Anwaltskanzlei Homburger noch nicht zu Gesicht bekommen, sagt eine der zitierten Quellen der «Financial Times». Die Untersuchung bei Homburger wurde von CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner in Auftrag gegeben. Überwacht werden die Arbeiten vom britischen Verwaltungsrat John Tiner.

«Menschen sind nicht makellos»

Offenbar soll der Bericht auf Führungspersonen auf der Stufe unterhalb von Thiam fokussieren sowie auf die Arbeit der engagierten Privatdetektive der Firma Investigo. So werde geprüft, ob das Unternehmen sein Mandat überschritten habe.

Der Verwaltungsrat sehe sich in seiner Haltung gestützt durch wichtige Grossaktionäre, schreibt die «Financial Times» weiter. Sie zitiert David Herro, Vizepräsident des Investors Harris Associates. «Das sind Menschen; die Menschen sind nicht makellos», sagte er. «Sie treffen nicht jedes Mal perfekte Entscheidungen», antwortete er auf die Frage, ob die oberste Führungsriege der CS zur Verantwortung gezogen werden müsse.

Der Fall sei nicht dazu geeinigt, dass jemand dadurch seinen Job verlieren müsse. Anders sei dies, wenn Gesetze gebrochen worden seien. Doch dies scheine hier nicht der Fall gewesen zu sein. Harris Associates ist mit einem Anteil von 8,1 Prozent an der Bank der grösste Aktionär.

Herro bezweifelt, dass die Affäre sich nicht negativ auf den Geschäftsgang der Bank auswirken wird. «Die meisten Leute ausserhalb von Zürich interessieren sich nicht wirklich dafür oder haben eine starke Meinung zum Fall.» Auch weitere Aktionäre sind der Meinung, dass die Affäre nicht dazu führen solle, Topmanager der Bank zu entlassen.

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