Startgeld

Bis zu 100 Millionen US-Dollar für Start-ups – wenn sie nach Zug ziehen

Die Schweiz, insbesondere der Kanton Zug, entwickelt sich zu einem Zentrum der Blockchain-Szene. Die Technologie dient als Grundlage für elektronische Währungen wie Bitcoin. (Symbolbild)

Die Schweiz, insbesondere der Kanton Zug, entwickelt sich zu einem Zentrum der Blockchain-Szene. Die Technologie dient als Grundlage für elektronische Währungen wie Bitcoin. (Symbolbild)

Eine neue Firma will in den kommenden Jahren bis zu 100 Millionen US-Dollar in Blockchain-Firmen investieren. Die Jungunternehmen sollen neben Geld auch Coachings, Arbeitsplätze und sogar Betten bekommen, damit sie in Zug günstig übernachten können.

Die Zeit sei reif. So fasste Mathias Ruch die Gründung von CV VC zusammen. Der Name steht für Crypto Valley Venture Capital. Die am Freitag präsentierte Firma aus Zug ist neue Risikokapitalgesellschaft. Allerdings eine, die nur in BlockchainFirmen investiert. Ruch, der auch die Rolle des CEO einnimmt, präsentierte das neue Unternehmen mit seinen Gründerkollegen Ralf Glabischnig und Marco Bumbacher sowie Co-Gründer Olaf Hannemann.

Ursprung der neuen Aktiengesellschaft ist das Blockchain-Beratungsunternehmen Lakeside Partners, ebenfalls von Ruch, Bumbacher und Glabischnig gegründet. Diese hat laut eigenen Angaben in den letzten eineinhalb Jahren über 1000 Start-ups, die an Blockchain-Lösungen arbeiten, geprüft und teilweise auch unterstützt. «Zu Beginn war der Reifegrad der Start-ups tief», so Ruch. «Darum haben wir zuerst ins Ökosystem in Zug investiert.» Konkret: Man hat Events wie die Blockchain Competition und den Blockchain Summit ins Leben gerufen.

Doch die Projekte der Start-ups seien inzwischen – wie erhofft – konkreter und besser geworden. Die Jungfirmen seien weiter, hätten aus Versäumnissen der ersten und zweiten Generation von Blockchain-Start-ups gelernt. Und: Sie seien vorab besser finanziert, erklärt Ruch. Analysten würden inzwischen von einem Erwachsenwerden der Branche sprechen. Diese Aussage wird belegt durch die Gruppe von Investoren, welche CV VC als Co-Gründer unterstützen: Daniel Grossen (Scout 24, Grossen Invest AG), Christian Jaag (Swiss Economics, Center for Crypto Economics), Alex Wassmer (Kibag, Club zum Rennweg) und Lorenz Furrer (Furrerhugi, Swiss Blockchain Taskforce).

Ein Novum und darum speziell sei die neue Beteiligungsgesellschaft aber vor allem, da man mit massgeschneiderten Unterstützungsprogrammen Krypto- und Blockchain- Start-ups begleite. So erhalten Jungfirmen, die von CV VC ausgewählt werden, 125'000 US-Dollar und werden drei Monate lang in Zug von Experten – auch aus dem Ausland – gecoacht. Arbeitsplätze und sogar Übernachtungsmöglichkeiten in den Crypto Valley Labs beim Bahnhof gehören ebenfalls zum Paket. Damit die Jungunternehmer nicht einen Grossteil des Geldes gleich wieder für teure Mieten in Zug ausgeben müssen. Im Gegenzug dafür erhält CV VC 8 Prozent der Aktien oder Tokens des Start-ups.

In den Genuss des Programms kommen pro Durchlauf 20 Start-ups. Der erste von jährlich drei Durchläufen soll im Winter starten. Erklärtes Ziel der CV-VC-Gründer ist es, in fünf Jahren die Alibabas der Blockchain-Firmen in Zug zu haben. Der chinesische Milliardenkonzern startete Ende der 90er-Jahre als IT-Start-up. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, verfolgen Ruch und seine Partner eine Expansionsstrategie: Nebst dem Innerschweizer Standort sollen weltweit sechsbis zehn weitere Hubs entstehen. Wo, ist noch geheim. Offen sagen die Gründer einzig, wie viel Geld in den nächsten fünf Jahren investiert werden soll: 50 bis 100 Millionen Dollar. Man habe die erste Finanzierungsrunde abgeschlossen und befinde sich nun in der zweiten. «Wir sind auf gutem Weg», so Ruch.

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