Berufsmesse Affoltern
«Auch das Ämtler Gewerbe muss mehr Berufsmarketing betreiben»

«Auch das Gewerbe und Berufsverbände müssen künftig noch mehr Berufsmarketing betreiben», sagt Daniel Breuss, OK-Präsident der Ämtler Berufsmesse. Und dies, weil es in den nächsten Jahren vielerorts mehr Lehrstellen und weniger Schüler gibt.

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

Berufsmarketing sei ein gutes Instrument für das Rekrutieren von Nachwuchs, ist Breuss überzeugt - zum Beispiel so, wie das am Freitag und Samstag im Rahmen der dritten Ämtler Berufsmesse mit Lehrlingswettbewerb im Kasino geschehen sei. «Tatsächlich ein guter Ansatz. Hier in Affoltern haben sich Firmen zusammengetan und mit den Lehrlingen für ihre Branche geworben», sagt der OK-Präsident. Als gutes Beispiel in Sachen Berufsmarketing führt der die Baubranche an. Der schweizerische Baumeisterverband geht mit dem so genannten «Maurer-Mobil» direkt in die Schulen und streicht damit die Vorzüge des Maurerberufs heraus. «Seither hat diese Branche keinen Mangel mehr an Lehrlingen», so Breuss, der sich solche Initiativen auch von anderen Branchen wünscht.

An der Ämtler Berufsmesse waren die Lehrlinge gefordert: Sie mussten die Ideen für den Auftritt im Kasino entwickeln, die Stände in eigener Regie gestalten und wieder demontieren. Und sie mussten Auskunft geben über ihre Ausbildungszeit - vorwiegend Oberstufenschülern. Gegen 500 aus dem Säuliamt, vorwiegend aus der 2. Sek., haben den Rundgang am Freitag bestritten und sich an 31 Ständen informiert. «Gewisse Lehrer haben den Sinn einer solchen Veranstaltung allerdings noch nicht begriffen», sagt Daniel Breuss, der nun über die Schulleiter mit diesen das Gespräch suchen will. «Im Grossen und Ganzen funktionierts aber mit den Schulen im Bezirk», fügt er bei.
Unterschiedliches Interesse

Nun, für einzelne Schülerinnen und Schüler war der Besuch der Berufsmesse mehr lästige Pflicht, für andere wiederum ein Erlebnis. Das Interesse war tatsächlich höchst unterschiedlich, wie eine kleine Umfrage an den Ständen ergeben hat. «Am Beruf der Dentalassistentin zeigten die Schüler nicht so grosses Interesse. Das hat mich ein bisschen enttäuscht», sagt Sandra Jurcevic, die derzeit das dritte Lehrjahr als Dentalassistentin bei Zahnarzt Christian Kalt absolviert - und selber viel Gefallen an der Arbeit hat. «Es ist sehr abwechslungsreich. Wir können am Stuhl assistieren, aber auch im Büro arbeiten. Und wir kommen mit Menschen in Kontakt, das gefällt mir», sagt sie und ist überzeugt, den richtigen Beruf gewählt zu haben.

Auch am Galvanik-Stand von Kälin Galvanik AG, Obfelden, haben Eltern mehr Interesse gezeigt als die Sprösslinge. Dabei spricht Sabina Toroman, die das 4. Lehrjahr absolviert, von einem spannenden und krisenresistenten Beruf als Galvanikerin, wo sie «gruusige Sachen» wieder in blitzblanke Gegenstände umwandeln kann.

Am Stand von Schweizer Metallbau war Interesse vorhanden. Mato Kramar, im dritten Lehrjahr als Produktionsmechaniker, streicht die Abwechslung im Beruf hervor. «Wir bearbeiten Aluminium, Stahl und Glas». Bei Schweizer ist das Berufsspektrum besonders gross: Metallbaukonstrukteur, Metallbauer, Logistiker oder Informatiker werden in Hedingen unter anderem ausgebildet. 31 Stände, gegen 40 Lehrberufe im Kasinosaal Affoltern.

«Zu uns sind natürlich mehrheitlich Mädchen gekommen», sagen die beiden Floristinnen Marisa Dürst (2. Lehrjahr) und Ramona Schönbächler (1. Lehrjahr) von Blumen Schneebeli, Affoltern. Und auch sie streichen die Vorzüge ihres beruflichen Tuns hervor: «Wir können kreativ sein, eigene Ideen umsetzen, haben viel Kundenkontakt. Und wir haben durch unseren Beruf auch eine Beziehung zur Natur», halten sie fest. 31 Stände mit gegen 40 Lehrberufen: Tatsächlich bot die Berufsmesse ein breites Spektrum an Berufen, die den jungen Besucherinnen und Besuchern vielleicht einige Anstösse geliefert haben.

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