Wirtschaft

Arbeitslosenzahlen ziehen im März an - für fast ein Drittel der Erwerbstätigen wurde Kurzarbeit beantragt

Beratungsgespräch für eine arbeitslose Person. (Symbolbild)

Beratungsgespräch für eine arbeitslose Person. (Symbolbild)

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat am Dienstag seine Zahlen über die aktuelle Situation auf dem Schweizer Arbeitsmarkt veröffentlicht. Im März waren 17'802 mehr Personen arbeitslos als noch im Vormonat.

(mg, nav) Die Coronakrise schlägt auf die Arbeitslosenzahlen durch. Bis Ende März waren 135'624 arbeitslose Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) registriert. Das entspricht im Vergleich zum März 2019 einer Zunahme von 20,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg im Gegensatz zum Vormonat von 2,5 auf 2,9 Prozent.

Besonders deutlich getroffen werden die jungen Arbeitnehmer. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg um 20,1 Prozent an. So waren Ende März 2436 mehr 15- bis 24-Jährige als arbeitslos gemeldet. Aber auch die älteren Arbeitnehmer sind betroffen: Bei den Arbeitslosen zwischen 50 und 64 Jahren stieg die Quote um zehn Prozent an. Das entspricht 3338 Personen mehr als noch Ende Februar.

Gleichzeitig verringerte sich die Anzahl an gemeldeter offener Stellen bei den RAV. Sie sank um 6679 auf 31’472 Stellen.

An einer Pressekonferenz gab das Staatssekretariat für Wirtschaft weitere Details bekannt. So wurden bis Ende März für etwa 1,45 Millionen Personen ein Antrag auf Kurzarbeit gestellt. Das entspricht ungefähr 28 Prozent aller Erwerbstätigen.

Jedoch muss man davon ausgehen, dass bis heute nochmals Tausende von Anträgen dazugekommen sind. Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit, sagte deshalb, er gehe von einem Anteil der Kurzarbeit von mittlerweile 31 oder 31 Prozent aus.

Rückstand bei der Bearbeitung von Kurzarbeitsgesuchen

In einigen Kantonen, Zürcher nannte namentlich Bern, gebe es auch einen Rückstand in der Bearbeitung der Gesuche auf Kurzarbeit. Auch das spricht dafür, dass heute bereits wesentlich mehr Kurzarbeits-Anträge gestellt wurden als Ende März erfasst war.

Seco Leiter Zürcher sagte auch etwas zu den Aussichten für die Kurzarbeit. Man könne mittlerweile nicht mehr ausschliessen, dass für fast die Hälfte aller Erwerbstätigen in der Schweiz die Kurzarbeit beantragt werde. «Das wären dann wirklich ein Worstcase-Szenario.»

Erfahrungsgemäss liege die Zahl der Anträge, die schlussendlich auch bewilligt werden, dann jedoch tiefer. So würde man dann, sagte Zürcher, auf einen Anteil von vielleicht 45 Prozent aller Erwerbstätigen kommen.

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