Aargau

Agglo-Verkehr wird gefördert

WSB Suhr–Aarau: Beitrag aus den dringlichen Projekten. (Bild: Irena Jurinak)

Tunnel

WSB Suhr–Aarau: Beitrag aus den dringlichen Projekten. (Bild: Irena Jurinak)

Der Aargau bekommt für die erste Tranche in den Jahren 2011 bis 2014 rund 80 Millionen Franken. Das Geld fördert den Ausbau des Verkehrs in den Agglomerationen.

Hans Lüthi

Seit über zwei Jahren leisten die Aargauer intensive Vorarbeit und haben beim Bund die Agglo-Programme gemeinsam mit den Nachbarn eingereicht. Denn der Bundesrat schluckt längst nicht alles, an reine Strassenprojekte wie die geplante Umfahrung Mellingen will er keinen Rappen beisteuern. Der Verkehr muss optimal gemeinde- und kantonsübergreifend abgestimmt und in jeder Beziehung nachhaltig sein. Kein Wunder, dass viele Projekte mit Bahnhöfen, öffentlichem Verkehr, Velofahrern und Fussgängern zu tun haben.

80 Millionen für die Aargauer

Für das ganze Land beantragt der Bundesrat dem Parlament für Priorität A von 2011 bis 2014 rund 3 Milliarden Franken. Bei der Beseitigung von Engpässen auf Autobahnen profitiert der Aargau, weil damit endlich, endlich, der 6-Spur-Ausbau Härkingen-Wiggertal finanziell geregelt wird. Aus der ersten Tranche im Agglo-Programm wollte sich der Aargau einen möglichst grossen Teil des Kuchens abzwacken - wie alle anderen. «Natürlich hätten wir lieber 50 Prozent bekommen, aber das Resultat hat sich schon in der Vernehmlassung abgezeichnet», sagt Christina Spoerry, Leiterin der Abteilung Verkehr im BVU.

Im guten oberen Mittelfeld

Doch Spoerrys Fazit über die Agglo-Beiträge des Bundes ist klar: «Das Resultat entspricht unseren Erwartungen, mit 40 Prozent liegen wir im guten oberen Mittelfeld.» Zwar hat der Bund nicht alle Aargauer Projekte berücksichtigt, aber die ausgewählten unterstützt er mit dem gleichen Satz. Schon früher hat der Bund Gelder für dringliche Projekte gesprochen, die bereits im Bau stehen. Dazu gehört die Verlegung der WSB Suhr- Aarau auf das alte SBB-Trassee.

Die verbleibenden 60 Prozent muss der Kanton selten allein berappen, im Gegenteil: Die Federführung liegt oftmals bei den Städten und Gemeinden, die bedeutende Beiträge zahlen müssen. Für die Projekte mit Priorität A mit Ausbau in den Jahren 2011 bis 2014 werden rund 80 Millionen Franken in den Aargau fliessen, pro Jahr also rund 20 Millionen Franken.

Geld kommt mit Verzögerung

Selbst wenn das vom Bundesrat jetzt beantragte Milliardenpaket vom Parlament rasch genehmigt wird, können Kantone und Gemeinden die Millionen noch lange nicht ins Budget aufnehmen. «Die Beiträge für die A-Liste dürften erst ab 2015 eintreffen», meint Spoerry, denn der Bund hat ja immer zu wenig Geld. Zudem braucht es zuerst Vereinbarungen über die Leistung, dann auch noch solche über die Finanzierung selber.

Andere Gelder für Bahnen

Im Aareland und in der Region Aargau Ost sind etliche Bahnprojekte nicht in der Liste Agglo-Verkehr. Darunter als grösstes auch die Verschiebung des Bahnhofs Siggenthal für rund 38 Millionen Franken. Hier geht es um eine Triage zwischen Bund und SBB, «wobei aber klar ist, dass es immer nur Geld aus einem Topf gibt», erklärt Christina Spoerry. Bei Abrechnungen über Bahnanlagen gebe es einen standardisierten Kostenverteiler.

Weil der Kanton die Kosten der grossen Projekte oft schätzen musste, zahlt er mit den Gemeinden die Zusatzkosten selber. In den Zentren setzt der Bund stark auf öV und Langsamverkehr, weil sie im Kampf gegen Stau und Luftverschmutzung mehr Potenzial haben.

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