Zweifel

Älplermagronen, schwarze Bohnen und Currywurst retten Chips-Verkäufe

Zweifel-Chef Mathias Adank und seine Chips: Im letzten Jahr konnte das Unternehmen den Umsatz steigern.

Zweifel-Chef Mathias Adank und seine Chips: Im letzten Jahr konnte das Unternehmen den Umsatz steigern.

Mit der Fussballweltmeisterschaft hätte das 2014 eigentlich ein Top-Jahr werden können. Doch der verregnete Sommer machte ein Strich durch die Rechnung. Nichtsdestotrotz wächst der Snack- und Kartoffelchips-Hersteller Zweifel.

Kartoffelchips haben eigentlich nicht viel mit Älplermagronen, Currywurst oder schwarzen Bohnen zu tun. Im Fall von Zweifel Pomy-Chips AG aber sehr wohl. Es sind drei Geschmacksrichtungen, die der Snack- und Kartoffelchips-Hersteller eigens für die Fussballweltmeisterschaft 2014 auf den Markt gebracht hat.

Die neuen Produkte haben entscheidend dazu beigetragen, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 0,19 Prozent auf 208,6 Millionen Franken gestiegen ist.

Freudensprünge macht Mathias Adank trotzdem nicht. «Wir hätten uns mehr erhofft», sagt der Chef von Zweifel Pomy-Chips mit Blick auf die gestern publizierten Geschäftszahlen.

Zwar habe das Unternehmen im ersten Halbjahr ein Plus erzielen können, doch der verregnete Juli und August hätten diesen Vorsprung zum Grossteil wieder weggefressen. «Wenn das Wetter schlecht ist, haben die Leute weniger Lust zum Grillieren», erklärt er. Somit würden sie auch weniger Kartoffelchips als Beilage kaufen.

Wegen des schlechten Wetters nach der Fussball-WM blieb die Chips-Produktion bei rund 100 Tonnen pro Woche stehen. So viel, wie im übrigen Teil des Jahres hergestellt wird. Zum Vergleich: Während eines schönen Sommers stellt Zweifel mehr als das Doppelte her.

Starker Franken ist kaum Thema

«Es gibt nun mal Sachen, die wir nicht beeinflussen können», sagt der Zweifel-Chef schulterzuckend. Faktoren wie das Wetter oder auch der starke Franken. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses bricht Zweifel im Gegensatz zu anderen Schweizer Unternehmen aber nicht das Genick. Nur knapp zwei Prozent der Waren sind für den deutschen Markt bestimmt.

Inwiefern sich der Entscheid der schweizerischen Nationalbank auf das Geschäft auswirkt, ist nicht zu erfahren: Das Unternehmen in Familienbesitz gibt keine Gewinnzahlen bekannt. Adank sagt bloss, dass aufgrund des währungsbedingten Preisaufschlags, etwa von 1,99 Euro auf über 2,70 pro Packung, zwei grosse Handelsketten keine Zweifel-Produkte mehr führen. Jetzt sei das Unternehmen fast wieder dort angelangt, wo es angefangen habe. Nämlich im Jahr 2004, als Zweifel das Geschäft in Deutschland aufgebaut habe. «Wir müssen die Detailhändler von Neuem überzeugen, dass wir gute Chips herstellen», sagt der Chef.

Dieses Problem hat das Unternehmen mit Sitz in Spreitenbach hierzulande kaum: «In der Schweiz kennt man uns.» Diese Aussage kommt nicht von ungefähr. Jedes zweite Snack- und Kartoffelchips-Produkt in den Regalen stammt von Zweifel. Chips alleine halten gar einen Marktanteil von über 60 Prozent.

Den Platz streitig zu machen, versuchen vor allem die anderen Marktakteure wie der Migros-Betrieb Bischofszell oder die amerikanische Chipsmarke Pringles, bekannt für die röhrenförmigen Verpackungsdosen.

Angst, dass neue, billigere Produkte künftig den Markt aufmischen könnten, hat Adank nicht. Er vertraut auf die Zugkraft der Marke Zweifel, auf die Qualität und darauf, dass 95 Prozent der Kartoffeln von Schweizer Bauern stammen: Würden Konsumenten die Chips nur aufgrund des Preises kaufen, so wäre das Unternehmen heute nicht Marktführer, so der 63-Jährige.

Auch den Vorwurf, Zweifel befinde sich in einem geschützten Garten – sprich, dass ausländische Konkurrenten sehr hohe Importzölle bezahlen müssen, um auf dem Schweizer Markt tätig zu sein –, lässt er nicht stehen. Pringles und ähnliche Produkte könnten aufgrund angepasster Rezepturen die Zölle umgehen.

«Die Importhürde hindert niemanden daran, Geschäfte zu machen», sagt Adank. Jedoch sei es unerlässlich, den Geschmack der Konsumenten zu treffen. Ohne die richtigen Würzmischungen und Varietäten hätte man kaum Chancen, auf dem Schweizer Markt durchzubrechen: Bei Paprika-Chips würden hiesige Konsumenten einen abgerundeten Geschmack nachfragen. Ganz anders als es deutsche Konsumenten wünschen würden.

Zweifel will Rekordumsatz toppen

Mit diesem Rezept will Zweifel im laufenden Jahr den Umsatz steigern und die Rekordzahl von 210,2 Millionen Franken aus dem Jahr 2012 toppen. Die ersten Quartalszahlen stimmen den Zweifel-Chef freudig: Der Chips-Hersteller liegt über den Zahlen des Vorjahres. Was Mathias Adank hingegen nicht verrät, sind die Produktneuheiten, die dieses Jahr und Anfang nächstes lanciert werden: «Die Konkurrenz kopiert rasch.»

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