Telekommunikation

Abo-Verwirrung: UPC-Kunden werden künftig mehr zahlen – zumindest wenn sie nicht reagieren

Unachtsame Kunden zahlen bei UPC plötzlich zehn Franken mehr für das gleiche Produkt.  (Archivbild)

Unachtsame Kunden zahlen bei UPC plötzlich zehn Franken mehr für das gleiche Produkt. (Archivbild)

Die Kunden von UPC haben einen scheinbar unverdächtigen Brief der Telekommfirma erhalten. Darin werden bessere Produkte für Internet und Fernsehen angekündigt. Das bestehende Abo «Connect & Play» wird durch neue Angebote abgelöst.

So steht im Brief: «Für wenig mehr Geld bekommen Sie deutlich bessere Leistungen!» Das ist an sich zwar richtig, aber nicht in jedem Fall. Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass UPC den Kunden zwar ein besseres Angebot zum alten Preis macht – aber auch das alte Angebot zueinem höheren Preis «offeriert».

Insgesamt stehen dem Konsumenten neu drei Optionen für das Kombiangebot bestehend aus Internet, TV und Festnetz zur Auswahl. Der Kunde wird gebeten, bis Ende Monat eine Wahl zu treffen. Macht der Kunde nichts, so wechselt UPC das bestehende Abo automatisch auf Option eins. Pikant: Es handelt sich dabei um das schlechteste und zugleich teuerste Abo, wie ein Blick auf die Übersicht im Brief zeigt. Die erste Option beinhaltet überwiegend die bisherigen Leistungen, kostet allerdings pro Monat zehn Fran- ken mehr als bisher.

Unachtsame Kunden zahlen also plötzlich zehn Franken mehr für das gleiche Produkt. Nur wenn sie aktiv werden und eine der anderen Optionen wählen, erhalten sie die besseren Leistungen – im Fall der dritten Option sogar zum alten Preis.

«Nicht kundenfreundlich»

Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert das Vorgehen der UPC. «Es ist überhaupt nicht kundenfreundlich, das Abo des Kunden bei ausbleibender Reaktion auf die schlechteste Option umzuwandeln», sagt André Bähler, zuständig für Politik und Wirtschaft. Zudem sei der Konsumentenschutz grundsätzlich dagegen, dass der Kunde aktiv werden muss, wenn er etwas nicht wolle. «Dies ist eine Methode, die insbesondere unter Telekommfirmen leider weit verbreitet ist», sagt Bähler.

Der Kunde habe einen Monat Zeit, um sich für eines der vorgeschlagenen Angebote zu entscheiden, hält UPC auf Anfrage fest. «Sollte er sich nach 30 Tagen nicht entschieden haben, werden wir ihn auf eines der Angebote migrieren», sagt ein Sprecher. Wolle der Kunde selbst nach Ablauf der Frist ein anderes Angebot wählen, so könne er das tun.

In einigen Fällen sei als «Standardoption» jene Lösung vorgeschlagen worden, die aus administrativer und logistischer Sicht für den Kunden keinen Mehraufwand verursache. Als Beispiel nennt UPC den Versand neuer Hardware.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1