«+41»/Tele Züri

Reportage
Vier Monate keine Sonne: So lebt es sich auf diesem Schwyzer Bergbauernhof im Schattenloch

Der Bergbauernhof der Familie Küttel liegt vier Monate lang im Schatten. Darüber hinaus hat die Mutter Erna in diesem strengen Winter mit dem vielen Schnee zu kämpfen. Weil ihr Mann Erwin nebenberuflich im Skigebiet arbeitet, bewirtschaftet die 36-Jährige den Betreib alleine.

Drucken

Auf dem Bergbauernhof von Erna Küttel kommt die Schneefräse mehrmals im Winter zum Einsatz. Die 36-Jährige muss schauen, dass die Wege rund um den Hof geräumt sind. «Es ist schon streng, ja», sagt sie gegenüber dem Reportagemagazin «+41». Mit dabei hat sie immer ihre 2.5-jährige Tochter Ramona. Wer dort aufwächst, der habe Schnee gerne und könne auch Schnee räumen. «Sobald ich die Maschine bedienen konnte, half ich meinem Vater beim Räumen», erinnert sich Küttel.

Die Bäuerin wuchs mit drei Schwestern auf dem Bergbauernhof auf und hat vor acht Jahren den Hof der Eltern übernommen. Dieser liegt auf rund 1000 Metern über Meer gegenüber von der Schwyzer Gemeinde Riemenstalden. Auch bei schönem Wetter scheint hier die Sonne im Winter lange nicht hin: Rund vier Monate lang liegt der Hof in einem Schattenloch. «Man gewöhnt sich daran», sagt Küttel.

«Wenn wir es nicht mehr ertragen, gehen wir zu meinen Schwestern. Die haben Sonne.»

Ihr Ehemann Erwin Küttel arbeitet jeweils in der Wintersaison in einem Skigebiet, das an einem Sonnenhang liegt. Der 36-Jährige ist ebenfalls auf einem Bergbauernhof aufgewachsen, an das Schattenloch aber musste er sich gewöhnen. «Wo ich aufgewachsen bin, hatten wir das ganze Jahr über Sonne. Ich bin schon froh, ab und zu wieder an die Sonne zu können.»

Für die Kinder aber sei es schön, so aufzuwachsen, so Mutter Küttel: Vor dem Haus haben sie eine kleine Schneehöhle und man könne sie beruhigt nach draussen lassen, weil kein Verkehr in der Nähe ist. «Für die Kinder gibt es nichts Schöneres.» Für sie steht fest, dass die Familie hier bleiben wird. «Es ist wirklich schön hier oben, ich will wirklich nicht mehr anders.» (gue)

Aktuelle Nachrichten