«+41»/Tele Züri

Reportage
Ein Wildhüter und seine Mission: Wenn Autos und Wintersportler die Wildtiere gefährden

Wildhüter Pius Reichlin ist im Dauereinsatz. Weil Hirsche und Rehe wegen der grossen Schneemengen ins Tal kommen, gibt es immer wieder tödliche Kollisionen mit Autos. Zudem stören immer mehr Leute die Winterruhe der Wildtiere. Pius Reichlin sorgt dafür, dass diese Konflikte gelöst werden können. Für den Schutz der Wildtiere ist der 59-Jährige fast tagtäglich im Schnee unterwegs.

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«Die Hirsche waren letzte Nacht hier», sagt Pius Reichlin. Der Wildhüter findet nur einige Meter von seinem Haus entfernt auf etwa 500 Metern über Meer frische Hirschspuren im Schnee. Sie hätten frisches Gras gesucht, sagt Reichlin gegenüber dem Reportagemagazin «+41». Dass die Tiere so weit ins Tal kommen, sei eine Ausnahme. «Es muss schon alles mit Schnee bedeckt sein, damit die Tiere das tun.»

Reichlin ist seit 25 Jahren Wildhüter und zuständig für ein grosses Gebiet im Kanton Schwyz. Wenn viel Schnee gefallen ist, entdeckt er selbst neben der Hauptstrasse viele Wildspuren. Die Tiere kommen vor allem in der Nacht oder am Morgen runter aus dem Wald, um Futter zu suchen. Das kann allerdings auch gefährlich werden. «Trotz der Blendlichter kommen sie auf die Strasse», so Reichlin. So könne es zu tragischen Unfällen kommen. Um das zu verhindern, versucht der Wildhüter die Tiere mit Futterkrippen abzulenken.

Wintersportler stören die Winterruhe

Als Wildhüter ist Pius Reichlin auch jeden Tag draussen im Schnee unterwegs. «Das mache ich gerne», sagt er. Er nimmt an diesem Tag eine Tourenski-Route, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Sie führt durch ein Eidgenössisches Jagd- und Banngebiet. Momentan habe es wegen dem vielen Schnee weniger Leute. Das sehe an manchen Tagen aber anders aus. «Das hat wahnsinnig zugenommen», so der Wildhüter. «Sie müssen sich aber unbedingt an die offiziellen Routen halten.» So können sich auch die Wildtiere orientieren und wissen, wo sie in Ruhe gelassen werden.

Wenn die Leute aber die offizielle Route verlassen, stören sie die Tiere in ihrer Winterruhe. Im schlimmsten Fall muss das Tier durch die dicke Schneedecke flüchten. Das raubt ihnen viel Energie und kann sogar tödlich enden. (gue)

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