CH Media Video Unit

Kurios
Warum hier Nashörner kopfüber durch die Luft fliegen

Ist es sicherer, wenn Nashörner mit dem Kopf nach unten fliegen? Mit dieser aussergewöhnlichen Fragestellung befassten sich Wissenschaftler und erhielten für ihre Forschung einen Ig-Nobelpreis. Auch neun weitere Studien wurden ausgezeichnet.

Drucken
Teilen

Kuriose Forschung und viel Klamauk: Die schrillen Ig-Nobelpreise sind Kult. Zehn wissenschaftliche Studien, die «erst zum Lachen und dann zum Denken anregen» sollen, sind in den USA mit «Ig-Nobelpreisen» ausgezeichnet worden (gesprochen «ignoble», was übersetzt etwa unehrenhaft heisst).

Für den experimentellen Versuch, ob es sicherer ist, Nashörner in der Luft falsch herum zu transportieren, erhielten die Forscher aus Namibia, Südafrika, Tansania, Simbabwe, Brasilien, Grossbritannien und den USA einen Ig-Nobelpreis. Die Forscher fanden heraus, dass die Atmung und Durchblutung der Tiere besser ist, wenn sie hängen statt liegen. Nashörner werden fliegend umgesiedelt, um neue Populationen der gefährdeten Art gründen zu können.

Auch diese kuriosen Studien wurden ausgezeichnet

  • Wissenschaftler aus Deutschland, Grossbritannien, Neuseeland, Griechenland, Zypern und Österreich erhielten die Ehrung in der Kategorie Chemie für die chemische Analyse der Luft in Kinos um zu testen, ob die von Zuschauern produzierten Gerüche zuverlässig den Grad von Gewalt, Sex, antisozialem Verhalten, Drogengebrauch und Fluchen in dem Film auf der Leinwand widerspiegeln.
  • Forscher aus Deutschland, Grossbritannien und der Türkei bekamen den Preis in der Kategorie Medizin für den Beweis, dass Orgasmen beim Sex genauso effektiv wie abschwellende Medikamente dabei helfen, die Nasenatmung zu verbessern.
  • Wissenschaftler aus Spanien und dem Iran bekamen einen Preis in der Kategorie Ökologie für die Nutzung genetischer Analysen. Mit deren Hilfe wurden verschiedene Arten von Bakterien identifiziert, die sich in weggeschmissenen Kaugummis finden, die auf Bürgersteigen in unterschiedlichen Ländern kleben. Kaugummi kauend bedankten sich die Preisträger für die Ehrung.
  • Forscher aus den USA bekamen die Auszeichnung in der Kategorie Frieden für das Testen der Hypothese, dass Bärte in der Entwicklung des Menschen entstanden, um sich vor Faustschlägen ins Gesicht zu schützen - und bedankten sich mit umgehängten langen Bärten. Für die Forschung seien Modelle benutzt worden, sagte einer der Wissenschaftler. «Wir haben uns nach einiger Überlegung dagegen entschieden, uns gegenseitig mit der Faust ins Gesicht zu schlagen - ob mit oder ohne Bart.»
  • Susanne Schötz, eine Forscherin aus Schweden, die den Preis in der Kategorie Biologie für ihre Erforschung der Kommunikation zwischen Katzen und Menschen bekam, nahm die Ehrung mit einem Haarreif samt Katzenohren darauf an. «Was für eine Ehre, ich bin sprachlos», sagte Schötz - und ahmte dann zahlreiche verschiedene Katzenlaute nach.
  • Wissenschaftler aus Frankreich, der Schweiz, Australien, Österreich, Tschechien und Grossbritannien bekamen den Preis in der Kategorie Wirtschaft für die Entdeckung, dass das Übergewicht der Politiker eines Landes ein guter Indikator für die Korruption in diesem Land sein könnte.

Wegen der Corona-Pandemie wurde die traditionell Gala in der Nacht zum Freitag bereits zum zweiten Mal in Folge ausschliesslich übers Internet veranstaltet. «Ihr könnt dabei jede verdammte Sache machen, die ihr wollt», sagte die Zoologin Sabine Begall von der Universität Duisburg-Essen in einer kurzen Eröffnungsrede.

«Schreit euer Handy an oder esst etwas.»

Die zum 31. Mal verliehenen undotierten Auszeichnungen sollen nach Angaben der Veranstalter «das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren».

(dpa/sam)

Aktuelle Nachrichten