Satistik
Wegen Zuwanderung gibt es im Kanton Zürich wieder mehr Katholiken

Obwohl die Bevölkerung im Kanton Zürich in den letzten Jahren stark gewachsen ist, verliert die reformierte Kirche weiter Mitglieder. Im letzten Jahrzehnt waren es 3600 pro Jahr. Die katholische Kirche wächst dagegen wieder um 1000 Personen pro Jahr.

Merken
Drucken
Teilen
Kirche St. Peter, Wirkungsstätte von J.C. Lavater (Archiv)

Kirche St. Peter, Wirkungsstätte von J.C. Lavater (Archiv)

Limmattaler Zeitung

Am stärksten zugenommen hat jener Bevölkerungsteil, der konfessionslos ist oder einer anderen Kirche angehört. Zu dieser Gruppe kamen jährlich über 19'000 Personen hinzu.

Von Kirchenaustritten sind die beide grossen Landeskirchen etwa gleich stark betroffen. Jährlich kehren je über 3000 Mitglieder der evangelisch-reformierten und der römisch-katholischen Kirche den Rücken.

Die Entwicklung der Mitgliederzahlen hängt auch mit der Bevölkerungsstruktur zusammen, wie das Statistische Amt schreibt. In der reformierten Kirche sind Menschen im Seniorenalter deutlich übervertreten. Im Schnitt sind die Reformierten 45 Jahre alt, drei Jahre älter als die Katholiken und gar vier Jahre älter als die Gesamtbevölkerung.

Jedes Jahr sterben etwa 6000 Mitglieder der reformierten Kirche. Diese Verluste könnten mit Geburten und zugewanderten Personen nicht kompensiert werden, heisst es in der Mitteilung.

Mehr Geburten als Todesfälle bei Katholiken

Es kämen zwar durchaus auch Personen protestantischer Konfession aus dem Ausland in den Kanton Zürich, etwa Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands. In den Einwohnerregistern würden aber wegen der Kirchensteuerpflicht nur die Mitglieder der öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen des Kantons erfasst.

Katholiken: Weniger Todesfälle und Zuwanderung aus Südeuropa
Die katholische Kirche hat aufgrund ihrer Altersstruktur nur halb so viele Todesfälle zu beklagen wie die reformierte. Dadurch übersteigt die Zahl der Geburten jene der Sterbefälle. Auch gibt es durch die Zuwanderung neue Kirchenmitglieder, aus Deutschland sowie vor allem aus traditionell katholischen Ländern Südeuropas wie Italien und Portugal.

Mittelfristig ändert sich gemäss Statistischem Amt kaum etwas an dem Trend. Die Mitgliederzahl der Reformierte werde weiter abnehmen, jene der Katholiken vermutlich stagnieren. Auch wenn es plötzlich keine Kirchenaustritte mehr gäbe, würden die Mitgliederzahlen der beiden Kirchen kaum noch wachsen.