Digitalisierung
Neue Lehrmethoden an der Uni Zürich - Interaktion per "Klicker"

Die Universität Zürich (UZH) rückt die Lehre in den Fokus. Mit einem 2016 geschaffenen Lehrkredit werden innovative Lehrformate gezielt gefördert, und auch die didaktischen Kompetenzen der Dozierenden sollen sich laufend weiterentwickeln.

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Studierende im Lichthof der Universität Zürich. (Symbolbild)

Studierende im Lichthof der Universität Zürich. (Symbolbild)

KEYSTONE/PETRA OROSZ

Gute Lehre vermittelt fachspezifisches Wissen und methodische Kompetenzen. Doch die aktuelle sehr grosse Wissensexpansion stellt neue Anforderungen an die Vermittlung. "Die Frage ist, wie man dieses viele Wissen verarbeitet", sagte Gabriele Siegert, Prorektorin Geistes- und Sozialwissenschaften der UZH, am Mittwoch bei der Jahresmedienkonferenz der Uni.

Sofortige Rückmeldung per "Klicker"

Bei der Entwicklung innovativer Lehrformate spielen digitale Medien eine wichtige Rolle. So ermöglicht "Klicker" die Interaktion und Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden auch in sehr grossen Lehrveranstaltungen. Studierende können damit etwa auf ihrem Smartphone eine von vier möglichen Antworten anklicken. Der Dozent erhält sofort Rückmeldung und bemerkt allfällige Wissenslücken.

Die am Institut für Banking and Finance entwickelte Anwendung soll nun im Rahmen des Lehrkredits um weitere Funktionen ergänzt werden. Auch in der biomedizinischen Ethik steht ein E-Tool zur Verfügung. Damit können Studierende den Umgang mit komplexen ethischen Dilemmata spielerisch trainieren.

Mit einem immer wiederkehrenden Thema beschäftigt sich ein Lehrprojekt der Philosophischen Fakultät: Wie lassen sich Brücken schlagen zwischen Theorie und Praxis? In sogenannten "Capstone Courses" bearbeiten angehenden Politikwissenschaftler dabei konkrete Fragestellungen von Behörden, Wirtschaft oder Organisationen.

So ist etwa bei der Kooperation mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) eine interaktive Weltkarte entstanden, die die globalen Flüchtlingsströmen, deren Ursachen und Auswirkungen aufzeigt. Insgesamt fördert die UZH zurzeit 15 verschiedene Lehrprojekte.

Mehr Doktorierende

Die Zahl der Studierenden ist seit fünf Jahren praktisch stabil und lag im vergangenen Jahr bei 25'542. Den grössten Zuwachs gab es bei den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Hier ist die Zahl der Studierenden in den vergangenen sieben Jahren um fast 50 Prozent auf 4680 gestiegen, bei den Medizinstudierenden (3233) ist es rund ein Drittel mehr.

Jeder fünfte Studierende ist ein Doktorand oder eine Doktorandin. "Dies zeigt, dass wir eine forschungsstarke Universität sind", sagte Rektor Michael Hengartner. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 5291 Doktorate, 2011 waren es nur 4402.

39 Prozent der Studierenden stammt aus dem Kanton Zürich, 44 Prozent aus den übrigen Kantonen und 17 Prozent aus dem Ausland. Die meisten von diesen kommen aus Deutschland, gefolgt von Italien, China und Österreich.

Während der Zulauf aus Deutschland in den vergangenen fünf Jahren zurückgegangen ist, kommen deutlich mehr Studierende aus Italien und China. Insgesamt werden es immer mehr Herkunftsländer. "Dies zwingt uns dazu, eine zweisprachige Universität zu werden", sagte Hengartner.

Weniger Austausch

Überhaupt nicht in seinem Sinne sei die stagnierende Mobilität. Daran müsse man arbeiten. Denn einige Monate im Ausland zu sein, sei sehr wichtig, und auch umgekehrt seien Austauschstudierende, die in die Schweiz kommen, eine Bereicherung.

Für die Finanzierung der UZH werden Drittmittel immer wichtiger. Deren Anteil ist seit 2010 von 202 Millionen Franken (17,1 Prozent) auf 293 Millionen Franken (21,5 Prozent) gewachsen. Insgesamt hat die UZH 2016 bei einem Umsatz von knapp 1,4 Milliarden Franken ein Plus von 6,2 Millionen Franken erzielt.

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