Oberengstringen
Nachdem etliche Events abgesagt oder verschoben wurden: Kulturkommission hofft jetzt auf den Sommer

So plant die Oberengstringer Kulturkommission das Jahr 2021.

Merken
Drucken
Teilen

Limmattaler Zeitung

Das vergangene Jahr war für die Kunst- und Kulturschaffenden eines zum Vergessen; seit März 2020 mussten etliche Shows, Konzerte oder Vernissagen coronabedingt abgesagt werden. Für viele Künstler begann dadurch ein Kampf um ihre Existenzen. Die Kulturkommission der Gemeinde Oberengstringen möchte dabei nicht tatenlos zusehen: Für das neue Jahr hat sie sich vorgenommen, den Gebeutelten der Branche so gut wie möglich eine Plattform zu bieten. Die neuesten Beschlüsse des Bundesrats vom Mittwochnachmittag haben der Kulturkommission aber bereits einen ersten Strich durch die Rechnung gemacht.

Sieben Anlässe hatte das Kulturprogramm 2021 der Gemeinde Oberengstringen ursprünglich beinhaltet. Der Auftakt sollte am 6. März die Komikerin Margrit Bornet mit ihrem aktuellen Programm «Bornet to be alive» machen. Da der Bundesrat am Mittwoch unter anderem das Verbot für Veranstaltungen bis Ende Februar verlängerte, sah sich die Kulturkommission allerdings gezwungen, Bornets Auftritt abzusagen. «Wir glauben einfach nicht, dass gerade mal eine Woche nach Ende des Verbots genügend Menschen sich trauen würden, gleich einen Kulturanlass zu besuchen», sagt Usha Meyer, Präsidentin der Kulturkommission. «Vorausgesetzt, das Verbot wird Ende Februar nicht noch weiter verlängert.» Und selbst wenn am 6. März fünfzig Personen zugelassen würden, entspräche das nicht dem Anspruch einer Künstlerin vom Kaliber Bornets.

Ein neues Lampenfieber entwickelt sich

«Deshalb werden wir ihren Auftritt vermutlich ins 2022 verschieben», so Meyer. Der Terminkalender für dieses Jahr sei trotz dieser ersten Absage recht dicht – gerade auch, weil die Kulturkommission viele der ursprünglich für 2020 geplanten Veranstaltungen ins aktuelle Jahr verschoben hatte. So sind aktuell die Auftritte drei weiterer Comedy-Acts vorgesehen, unter anderem auch jener von Tamara Cantieni mit ihrer Show «Bad Influencer». Cantienis Auftritt in Oberengstringen musste bereits zweimal verschoben werden: Im März 2020 fiel ihr Gig dem ersten Lockdown zum Opfer und wurde auf diesen Monat verlegt – an eine Durchführung war erneut nicht zu denken. Nun soll sie am 24. September auf der Bühne im Gemeindesaal stehen.

Wie Cantieni erging es vielen Kunstschaffenden, die von der Kulturkommission gebucht wurden. «Sie trifft es am härtesten. Und dabei meine ich nicht bloss die finanziellen Einbussen», so Meyer. Nach solch langer Zeit ohne Auftritte beschleiche viele Künstler ein neuartiges Lampenfieber. Sie hätten keine Routine mehr, sie wüssten nicht, wo sie stehen, da sie seit Monaten kein Feedback vom Publikum erhalten. Dass die Kulturkommission mit einer längerfristigen Planung versuche, ihnen entgegenzukommen, hätten die meisten Künstler aber sehr positiv aufgenommen.

Nach einem ernüchternden Start ins Jahr 2021 erhofft sich Meyer nun, dass sich das Blatt spätestens im Sommer wendet: «Wir wollen die Künstler in solch schwierigen Zeiten speziell unterstützen. Deshalb haben wir für dieses Jahr mehr Events als üblich geplant. Und der Oberengstringer Bevölkerung soll auch wieder mehr Unterhaltung geboten werden.» Diese hatte im Spätsommer ein letztes Mal einem Kulturanlass beiwohnen können. In der Zwischenzeit sei Geduld gefragt, weiss Meyer. «Und viel Flexibilität.»