Münsingen
Misstöne bedrohen Musiktag in Münsingen

Am Musiktag 2013 werden die Musikgesellschaften des einstigen Amts Konolfingen nicht konzertieren. Die MG Brass Band Münsingen hat auf die Unstimmigkeiten reagiert und ist aus dem Verband ausgetreten.

Jürg Amsler
Drucken
Teilen
Die MG Brass Band Münsingen fühlt sich allein gelassen.

Die MG Brass Band Münsingen fühlt sich allein gelassen.

Zur Verfügung gestellt

Am Wochenende vom 7./8. Juni 2013 wird in Münsingen musiziert. Aber nicht die Musikgesellschaften aus dem ehemaligen Amt Konolfingen werden konzertieren und marschieren. Die Musikgesellschaft Brass Band Münsingen (MGBBM) verzichtet nämlich darauf.

Turnusgemäss war die MGBBM beauftragt, das Fest des 16 Musikvereine zählenden Musikverbandes Amt Konolfingen (MVAK) durchzuführen. Doch dazu kommts nicht. Die MGBBM-Hauptversammlung beschloss eben einstimmig, auf die Organisation des Traditionsanlasses zu verzichten.

Mehr noch: Auch der Austritt aus dem Unterverband des Bernisch-Kantonalen Musikverbandes wurde beschlossen. «Wir bedauern diesen Entscheid», so der knappe Kommentar von MVAK-Präsident Jürg Studer. «Wir werden an der nächsten Vorstandssitzung darüber beraten, wies weitergeht. Es wird aber schwierig, einen Organisator zu finden, der einspringt.» Denkbar also, dass der MVAK-Musiktag 2013 sowie 2014 ausfällt. Studer: «In zwei Jahren wird wegen des kantonalen Musikfests in Aarwangen sowieso auf einen eigenen Musiktag verzichtet.»

An Neuerungen gescheitert

Seit über einem Jahr beschäftigte sich ein Organisationskomitee der MGBBM mit den Vorbereitungsarbeiten – und fasste dabei einige Neuerungen ins Auge. Der Musiktag sollte erstmals über zwei Tage verteilt werden. Die Vorträge hätten nach Vorstellungen des OKs am Freitagabend und Samstag im Gemeindesaal stattgefunden. Nach Ladenschluss hätte die Marschmusikparade auf der Hauptstrasse einen publikumswirksamen Abschluss gebildet. «Absicht ist gewesen, den Anlass nicht zu einer Insiderveranstaltung verkommen zu lassen, sondern fürs Publikum zu öffnen und die Bevölkerung teilhaben zu lassen», so MGBBM-Präsident Roland Sterchi. Die Neuerungen trafen bei den übrigen Musikgesellschaften aber wenig Musikgehör.

Dennoch ein Musikfest?

Kein einziger Verein sei bereit gewesen, bereits am Freitag zum Konzertvortrag anzutreten. Dass in Münsingen dazu auf ein Festzelt verzichtet werden sollte, sei auch kritisiert worden. «Dabei haben wir uns an das von der Delegiertenversammlung 2005 verabschiedete Merkblatt zur Durchführung des Amtsmusiktages gehalten», so Sterchi. «Stimmt», sagt Jürg Studer, «es schreibt nicht vor, dass der Musiktag nur an einem Tag und traditionellerweise an einem Sonntag durchgeführt werden muss.» 2012 etwa finde er in Biglen auch an einem Samstag statt. Doch die vom OK Münsingen vorgeschlagenen zwei Tage seien für viele Musizierenden zu viel des Guten gewesen. Schon an der letzten DV habe sich Widerstand geregt, sagt Studer. Letztlich bestimmen aber die Delegierten die Austragungsart. «Mit gegenseitigem Entgegenkommen hätte für 2013 eine Lösung gefunden werden können.»

Roland Sterchi und seine MGBBM wird das wenig kümmern. «Am Musiktag in Biglen sind wir noch dabei, dann ist Schluss.» Die Idee, den Musiktag zum Tag mit viel Musik zu machen, sei bei den anderen Vereinen eben nicht angekommen. «Wir haben über Wochen versucht, den Vereinsvorstand von unserem Konzept zu überzeugen. Doch er hat uns in keiner Weise unterstützt. Was haben wir Münsinger da noch in diesem Verband zu suchen?» Die konsequente Antwort habe der Verein gegeben und einstimmig den Verbandsaustritt beschlossen.

Eigener Musiktag

Damit die monatelangen Vorarbeiten des OKs nicht vergebens waren, will die MGBBM am Wochenende vom 7./8. Juni 2013 einen eigenen Musiktag durchführen. «In welcher Form und ob an beiden Tagen, ist noch nicht entschieden. Wir werden an einer nächsten OK-Sitzung Nägel mit Köpfen machen», sagt Roland Sterchi. Sicher sei, dass am vorgesehenen Konzept festgehalten werde. Denn die Münsinger sind überzeugt, dass sie zur Bevölkerung gehen müssen und nicht umgekehrt.