Ferienmesse in Zürich
Mexiko, Singapur oder Bulgarien? - Fespo setzt Reisetrends

Die grösste Ferienmesse der Schweiz zeigt auf, wohin die Reise gehen kann.

Matthias Scharrer
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Gastland Kroatien.

Gastland Kroatien.

zvg

Ferien schon geplant? Falls nicht: An der Fespo, der grössten Reise- und Ferienmesse der Schweiz, stehen ab heute bis Sonntag über 650 Aussteller aus aller Welt bereit, um Tipps zu geben. Erstmals dabei sind auch noch eher exotische Destinationen wie Mexiko, Singapur und Bulgarien.

Messeneuling Mexiko.

Messeneuling Mexiko.

zvg

Doch wie entstehen eigentlich Reisetrends? Die Fespo leistet dabei einen nicht unerheblichen Beitrag: Um die 60 000 Besucherinnen und Besucher strömten in den letzten Jahren jeweils zur Messe in Zürich, die nicht zufällig früh im Jahr stattfindet: «Zur gleichen Zeit machen die Veranstalter ihre Jahreskataloge», sagt Amstad. «Die Trends werden dann generell an der Messe gemacht.» Zwar biete das Internet immer mehr Möglichkeiten für die Ferienplanung. Doch gerade bei komplizierteren Reisen sei die persönliche Beratung nach wie vor gefragt. Die Ferienmessen folgen einander Schlag auf Schlag: Mitte Januar fand die Berner Ausgabe statt, Mitte Februar folgt jene in Basel.

Das Tessin mit Christa Rigozzi ist nur eine von vielen Feriendestinationen, die an der Fespo beworben werden.

Das Tessin mit Christa Rigozzi ist nur eine von vielen Feriendestinationen, die an der Fespo beworben werden.

Ticino Turismo

Camping und Airlines

Im Trend liegen laut Amstad auch Ferien im Wohnmobil oder Wohnwagen. «Sie sind besonders für Familien interessant, wenn man Windeln mitnehmen muss», so der Messeleiter. Caravaning mit Fahrzeug-Vermietung in der Schweiz für Reisen ins nahe Ausland bildet denn auch einen weiteren Schwerpunkt der 25. Fespo-Ausgabe. Der Schweizer Caravan-Gewerbeverein Caravaningsuisse verzeichnet laut Fespo-Angaben Jahr für Jahr eine wachsende Nachfrage.

Daneben lockt die Fespo mit der Sonderschau «World of Airlines». Anlass dafür ist der Beginn des Flugzeug-Tourismus vor 101 Jahren: Am 1. Januar 1914 liess sich ein gewisser Abram C. Pheil aus dem amerikanischen St. Petersburg für viel Geld nach Tampa/Florida fliegen. Damit war der Startschuss für die kommerzielle Fliegerei gegeben.

Wer nicht in die Ferne fliegen will, findet an der Fespo ebenfalls ein grosses Beratungsangebot: Das Tessin ist mit 100 Quadratmetern Standfläche vertreten. Am Samstagnachmittag begrüsst Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi die Besucherinnen und Besucher am Stand von Tessin Tourismus. Ob ihr Lächeln einen Reisetrend zu setzen vermag, bleibt abzuwarten.

Interview: Fespo-Chef Stephan Amstad zu den Folgen der Frankenstärke

Herr Amstad, welche Chancen haben Anbieter von Schweizer Tourismus-Destinationen angesichts des starken Frankens und des schwachen
Euros in Zukunft?

Stephan Amstad: Ich bin gespannt auf ihre Reaktionen. Wahrscheinlich zielen sie vermehrt auf Schweizer als Kunden ab. Der Schweizer Bevölkerung geht es wirtschaftlich immer noch gut. Die Leute verzichten eher auf ein neues Sofa als auf Ferien. Aber die Nachbarländer ziehen vermehrt Gäste aus der Schweiz an. Einige wollten in letzter Minute noch Stände an der Fespo buchen. Das habe ich in diesem Ausmass noch nie erlebt. Eine Chance sehe ich für Tagestourismus-Destinationen wie zum Beispiel Tessin, Pizol, Appenzell, da sie stark auf den inländischen Markt setzen.

Unternimmt die Fespo als grösste Schweizer Ferienmesse einen Effort für die Destination Schweiz?

Wir sind im Gespräch und fragen Regionenvertreter in der Schweiz an. Aber wir können nicht mehr tun als sagen: Wir sind eine Plattform, die ihr nutzen könnt. Vielleicht werden künftig auch weniger Regionen vermarktet, sondern vermehrt Aktivitäten, etwa E-Bike fahren am Fluss, Outdoor-Ferien. Das könnte auch eine Chance für Schweizer Destinationen sein.

Die Schweiz als Gastland an der Fespo: Wäre das was?

Ich würde es sehr schätzen. Wir sind im Gespräch mit Schweiz Tourismus. Aber die Schweiz muss sich primär im Ausland als Schweiz präsentieren.

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