Gesundheit Aargau
Kein Tag wie jeder andere

Samstag, 10. März 2018 - Tumortag Baden: Das Kantonsspital Baden (KSB) lädt ein, beantwortet möglichst alle Fragen, erklärt neue Therapien und zeigt seine ganze Kompetenz in Sachen Krebs.

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Tumortag

Tumortag

Gesundheit Aargau

Auszug aus dem Programm

Der Tumortag bietet Einsichten und Fachwissen, wie sie an anderen Tagen in dieser unkomplizierten und konzentrierten Form kaum zu haben sind. Blicken Sie hinter die Kulissen eines modernen Tumorzentrums. Der Anlass ist für Teilnehmende kostenlos, das Programm vielfältig. Hier ein Auszug:

• OnKINO: Vortrag im Hörsaal über die Bedeutung von medizinischen Studien
• Integrative Therapie: Onkologin Tilly Nothhelfer spricht über die Grenzen der Medizin
• Blick hinter die Kulissen: Fachpersonen führen durch die neuen Operationssäle
• Mit dem Da-Vinci-Roboter selber eingreifen: Hier zeigt sich, wer das Zeug zum Chirurgen hat
• Bewegung und Krebs: Nordic Walking im Park des Kantonsspitals – eine Einführung • Messung von Blutzucker und Cholesterin: direkt vor Ort im onkologischen Labor
• Palliative Care – das Therapieziel im Auge behalten: Der Dschungel der Therapieangebote wird immer unübersichtlicher. Das Ziel im Auge behalten kann nur, wer es kennt.

Robert Meier erinnert sich an seinen ersten Tumortag: «Es war pure Neugierde, die mich ins KSB trieb. Als ich um 9.30 Uhr ins Personalrestaurant zur Begrüssung kam, merkte ich sofort, hier findet heute etwas Besonderes statt. Nach Kaffee und Gipfeli gings los. Die Einleitungsvorträge waren sehr informativ und auf den Punkt gebracht, gut verständlich und auch nicht zu lang. Danach zog es mich weiter. Ich wollte noch weitere Fragen beantwortet haben, einiges hatte ich schon erfahren. Der Tag aber bot viel, ich wollte das ganze Angebot nutzen.» Rund 200 Personen taten es Robert Meier gleich. Der erste Tumortag im Aargau, organisiert vom Kantonsspital Baden unter dem Patronat der Krebsliga, mobilisierte viele Interessierte – Patienten und Angehörige gleichermassen. Das wird am kommenden Samstag, bei der zweiten Durchführung, nicht anders sein. Das interessante Programm mit Vorträgen, Führungen, Workshops, Ernährungsberatung und einer Einführung ins Nordic Walking gibt jeder Besucherin, jedem Besucher die Möglichkeit, sich vertieft mit der Prävention, der Diagnostik, der Therapie und der Nachsorge einer Krebserkrankung zu befassen. Robert Meier nutzte am ersten Tumortag die Möglichkeit für ein Gespräch unter vier Augen mit Dr. Kurt Lehmann, dem Leitenden Arzt der Urologie. «Ich war von 11 bis 12.30 Uhr im Workshop Prostatakrebs und hatte danach natürlich einige Fragen. Wann hat man schon die Möglichkeit, sich mit einer Kapazität so direkt und spontan zu unterhalten. Der Tumortag bietet wirklich konzentrierte Kompetenz, wie sie sonst für einen Laien im Alltag nicht zu haben ist. Um all das zu erfahren, was ich an einem einzigen Tumortag erfahren kann, brauchte es normalerweise mehrere Tage mit vielen unterschiedlichen Terminen und viel eigener Initiative. Der Tumortag ist kein Tag wie jeder andere. Ich bin am kommenden Samstag bei der zweiten Ausgabe wieder dabei – keine Frage!»

«Ärzte zum Anfassen» . . .
Maja Schmid kommt aus Wohlen, sie nimmt den öffentlichen Verkehr und wird pünktlich vor Ort sein, direkt vor dem KSB. Sie interessiert sich vor allem für den Gynäkologie-Workshop: «Krebserkrankungen der Frau – Wo der Roboter helfen kann» von Chefarzt Professor Dr. Martin Heubner, der von 11.45 bis 12.30 ausgeschrieben ist. «Ich habe mich schriftlich angemeldet! Ich bin gespannt, wie ein Roboter operieren kann. Klar werde ich mir auch die Brust von innen ansehen: Das begehbare Brustmodell interessiert mich natürlich. Hoffentlich kann ich der Spezialistin, Frau Doktor Cornelia Leo, ein paar Fragen stellen.» Sie wird können! Die Leitende Ärztin und Leiterin des Brustzentrums wird vor Ort sein und Fragen direkt beantworten

. . . . kurze Vorträge
Bewusst sind die Fachvorträge kurz gehalten. Dr. Clemens Caspar spricht 15 Minuten über die «Moderne Immuntherapie in der Onkologie». Der Leitende Arzt Onkologie/Hämatologie und Leiter des Tumorzentrums fasst den aktuellen Wissenstand kompakt und gut verständlich zusammen. «Muss da nicht Wesentliches unerwähnt bleiben?», fragt Mathias Berner, ein junger Familienvater, der sich aktuell Sorgen um seinen an Krebs erkrankten Vater macht. «Es geht darum, Interessierten einen Überblick zu verschaffen und aufzuzeigen, was eine moderne Immuntherapie heute leisten kann.», sagt Caspar. «Wenn Interesse besteht, mehr zu erfahren, beantworten wir nach den Vorträgen selbstverständlich noch Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.» Das ganze Programm aufzuführen, ist unmöglich. Einen Auszug finden Sie oberhalb dieses Textes. Alles über den Tumortag erfahren Interessierte auf www.ksb.ch/tumortag.

Warum ein Tumortag?

Dr. med. Clemens Caspar, Leitender Arzt Onkologie/Hämatologie am KSB und Leiter des Tumorzentrums, erklärt, was es mit dem Tumortag Baden auf sich hat

Was können Besucher des Tumortages erleben?
Wir gewähren einen Blick in Räume, die im normalen Spitalalltag für sie geschlossen bleiben müssen. Für eine Überraschung sorgte am ersten Tumortag der Bestrahlungsraum der Radio- Onkologie. Viele waren überrascht, wie hell und gross der Raum ist. Wir machen an diesem Tag also Abläufe sichtbar, die sich üblicherweise im Hintergrund abspielen. Beispiel dafür ist die Pathologie, die zeigt, wie schnell und trotzdem präzis sie arbeitet, wenn sie eine Gewebeprobe während einer laufenden Operation bestimmen muss. Und wer will, darf sich als Da-Vinci-Operateur versuchen. Der Tumortag ist nicht zuletzt auch ein Tag der Begegnungen, wobei konkrete Fragen individuell beantwortet werden.

Die Vorträge sind kurz (max. 15 Minuten) und es sind auch weniger als beim ersten Tumortag. Welche Idee verfolgen Sie?
Wir wollen weniger theoretische Informationen als beim ersten Tumortag liefern, dafür aber vermehrt praktische Erkenntnisse möglich machen. Interaktivität ist ein Stichwort. Die Besucherinnen und Besucher sollen Medizin wortwörtlich ‹begreifen› können, mit allen Sinnen erfahren. Das begehbare Modell einer weiblichen Brust, das uns die Krebsliga zur Verfügung stellt, stellt für Laien eindrücklich und verständlich dar, wie sich gut-, aber auch bösartige Erkrankungen zeigen können.

Richtet sich der Tumortag ausschliesslich an direkt von einer Krebserkrankung Betroffene?
Überhaupt nicht! Der Tumortag ist interessant für alle. Der Tumortag ist nichts anderes als ein Tag der offenen Türen, fokussiert auf ein spezielles Thema. Ein Thema, das uns alle, auch wenn wir nicht direkt von Krebs betroffen sind, angeht. Die moderne Hochleistungsmedizin mit ihren Möglichkeiten wirft Fragen auf, die wir als Gesellschaft beantworten müssen. Welche Therapie zum Beispiel ist zu welchem Zeitpunkt die richtige? Wie weit soll eine Therapie gehen? Im persönlichen Gespräch kann der Tumortag Baden vielleicht die eine oder andere Einsicht bringen.

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