Seeberg/Riedtwil
In Seeberg bleibt kein Geld mehr für die Brückensanierung

Eigentlich hätte die Brücke, welche das Sagiquartier mit dem Dorf Riedtwil verbindet, im kommenden Jahr saniert werden sollen. Die 1,55 Millionen Franken hat die Bevölkerung bereits bewilligt. Doch nun winkt der Gemeinderat ab.

Irmgard Bayard
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Weil der Strassenunterhalt mehr Geld verschlingt als bisher angenommen, muss die Brückensanierung noch warten

Weil der Strassenunterhalt mehr Geld verschlingt als bisher angenommen, muss die Brückensanierung noch warten

Solothurner Zeitung

Denn allein für den Unterhalt der Gemeindestrassen wären in Seeberg pro Jahr mehrere 100000 Franken nötig. Dies geht aus einer Zustandserfassung hervor, die der Gemeinderat erstellen liess. Nicht berücksichtigt sind dabei Aus- und Neubauten wie zum Beispiel Trottoirs. Für eine Brückensanierung bleibt da kein Geld mehr.

Mit dem Erstellen des Budgets 2012 sowie des Finanzplans sei deutlich geworden, dass die Investitionskosten für die Brückensanierung für die Gemeinde finanziell nicht tragbar seien, schreibt der Gemeinderat in einem Informationsbulletin. Er sistiert deshalb das Projekt respektive verschiebt es um ein Jahr.

SBB ins Boot holen

«Wir benötigen diese Zeit für Grundsatzabklärungen», sagt Gemeindepräsident Roland Grütter. Man versuche, «die SBB ins Boot zu bekommen», diskutiere über mögliche Alternativen. Nicht ausgeschlossen sei der Rückbau der Brücke, sagt Grütter. «Denn das Problem ist ja mit der Sanierung nicht vom Tisch. In 30 bis 40 Jahren ist wieder mit Investitionen in derselben Höhe zu rechnen.»

Sobald der Gemeinderat über neue Erkenntnisse und Vorschläge verfügt, wird er die Bevölkerung einbeziehen. «Das kann mit einer Informationsveranstaltung oder einer Mitwirkung sein.» Die Brücke muss zwar bald saniert werden, eine Gefahr besteht aber gemäss Grütter nicht.

Mehr Sicherheit wünscht sich eine Anwohnerin, die nicht namentlich genannt werden will. Sie bezweifelt, ob die für 28 Tonnen ausgelegte Brücke noch lange hält. «Hier fahren oft 40-Tönner drüber», sagt sie. Diese bringen oder holen Abbruch- und Baumaterialien von der Hiltbrunner AG, die gleich neben der Brücke liegt.

Abkommen betreffend Gewicht

Dass Lastwagen mit mehr Gewicht als 28 Tonnen die Brücke benützen, bestätigt Peter Hiltbrunner, Geschäftsführer der Hiltbrunner AG. «Wir haben mit den Behörden eine Vereinbarung. Danach dürfen die Lastwagen die Brücke befahren, aber nur im Schritttempo», sagt er. «Das ist für uns existenziell.» Von «starkem Bremsen oder ruckweisem Anfahren» werde ebenfalls abgesehen. «40-Tönner sind aber keine dabei», relativiert Hiltbrunner die Aussage der Anwohnerin. Roland Grütter kann Hiltbrunners Aussage spontan nicht bestätigen, da diese Abmachung einige Jahre zurückliegt, also vor seiner Zeit als Gemeindepräsident festgelegt worden sein muss.

Abklärungen mit der SBB und den Ingenieuren haben ergeben, dass es grundsätzlich nicht problematisch ist, die Sanierung um ein Jahr zu verschieben. Die Gemeinde ist aber verpflichtet, die Brücke im Auge zu behalten und kleinere Sanierungen vorzunehmen, wie dies seit Jahren der Fall ist.