Wiedlisbach/Wangen
Hoffen auf Investoren und die Armee

Der Weg für die Ansiedlung von Arbeitsplätzen wird geebnet: Die zwei Gemeinden Wiedlisbach und Wangen wollen zusammen mit dem Gemeindedirektor in einer speziellen Zone dereinst hochwertige Arbeitsplätze entstehen lassen.

Johannes Reichen
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Solothurner Zeitung

Das Gebiet ist 23 Hektaren gross, es ist eingeklemmt zwischen der A1, der Aare und einem Waldstück. Aus Sicht des Kantons Bern handelt es sich um ein Prunkstück – um einen «Gunstraum», wie Kantonsplanerin Katharina Dobler sagt. Wegen der «verkehrstechnisch günstigen Lage».

Zusammen mit den Gemeinden Wiedlisbach und Wangen a/A hat der bernische Gemeindedirektor Christoph Neuhaus (SVP) nun eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das Ziel ist es, dass in der Strategischen Arbeitszone (SAZ) Wiedlisbachmoos dereinst hochwertige Arbeitsplätze entstehen. Und zuvor, falls es Investoren gibt, soll das Gebiet «rasch baureif» sein.

Hohe Wertschöpfung erwartet

Die drei Partner teilen in der Medienmitteilung die Freude über die Unterzeichnung. «Es soll eine hohe Wertschöpfung geben – das ist mit ein Grund, dass die Gemeinde Wiedlisbach mitmacht», sagt der interimistische Gemeindeschreiber Patrick Hofer. Das Areal befindet sich vollständig auf Wiedlisbacher Boden.

Allerdings: «Das Wiedlisbachmoos liegt fast näher bei uns als bei Wiedlisbach», sagt Wangens Gemeindepräsident Fritz Scheidegger (SVP). «Darum ist es für uns wichtig, dass wir auch mitreden können.» Er sei froh über die Einigung. «Jetzt ist es wichtig, dass es auch weitergeht.»

Ein Signal an Investoren

Die Verhandlungen in Sachen Wiedlisbachmoos laufen schon seit geraumer Zeit. Vor rund zwei Jahren hatten die beiden Gemeinden eine Vereinbarung getroffen. Als «IG Moos» vertreten sie ihre gemeinsamen Interessen. Nun haben sie sich auch mit dem Kanton auf einen gemeinsamen Nenner einigen können. «Das oberste Ziel ist es, dass ein mögliches Projekt nachhaltig ist», sagt Scheidegger.

Mit der Vereinbarung würden nun zwei Botschaften nach aussen gesendet, ist Kantonsplanerin Dobler überzeugt: Einerseits würden mögliche Investoren auf das Gebiet aufmerksam gemacht, anderseits sei sie auch ein Signal an das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und dessen Immobilienmanagement Armasuisse. Denn das VBS ist Eigentümer des grössten Teils des Areals (zu den weiteren sechs kleineren Grundeigentümern gehören auch die Gemeinden Wiedlisbach und Wangen).

Kanton rechnet mit Areal

Die Pläne des VBS mit dem Areal sind also entscheidend. Der Kanton rechnet «angesichts des offensichtlichen Nichtgebrauchs für militärische Zwecke» damit, dass das Areal dereinst zur Disposition stehen wird; dafür spricht, dass die Schweizerische Bau-, Planungs- und Umweltschutzdirektorenkonferenz das Areal in einer Evaluation mit Beteiligung des VBS als geeignet für wirtschaftliche Tätigkeiten eingestuft hat. Vonseiten des VBS waren dazu gestern keine Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen.

Die Sache steht und fällt nun mit dem Stationierungskonzept. «Ein möglicher Investor könnte ein Auslöser dafür sein, dass das VBS das Gebiet zur Disposition stellt», sagt Dobler.

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