Persönlich
Fremde Wände in Schweden

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Würde ich im Falle eines Lockdowns wohl nicht zu Gesicht bekommen: Die schwedische Landschaft.

Würde ich im Falle eines Lockdowns wohl nicht zu Gesicht bekommen: Die schwedische Landschaft.

Patrick Niederberger

Woher meine Faszination für Schweden kam, weiss ich nicht. Von den berühmten Fleischbällchen konnte sie nicht herrühren, denn damals habe ich noch vegetarisch gelebt. Und eine grosse Ikea-Gängerin bin ich auch nicht. Vielleicht lag es an der beeindruckenden Natur des Landes oder an meinen Kindheitserinnerungen an Astrid Lindgrens Geschichten und ABBAs Lieder. Eines Tages war diese Begeisterung einfach da und ich wollte dieses Land unbedingt bereisen und die Landessprache lernen. Also habe ich das getan.

Nach dem Studium und dem Praktikum bei der «Limmattaler Zeitung» wollte ich einige Zeit in Schweden verbringen, um die Sprache zu festigen. Wie so vieles im Leben hat Corona auch diesen Plan auf den Kopf gestellt. Die Unsicherheit, die mit einer solchen Reise einhergeht, ist riesig. Was, wenn kurzfristig Grenzen geschlossen werden? Was, wenn ich in einem fremden Land in Quarantäne muss? Was, wenn es einen Lockdown gibt und ich von der Reise auch nichts mehr habe ausser dem Blick auf die fremden vier Wände?

Und so heisst es nun einfach: Abwarten und Tee trinken. Denn planen geht momentan nicht gut. Schwierig für Personen wie mich, die am liebsten schon die nächsten zwei Jahre ihres Lebens durchstrukturiert hätten. So lernt man sogar in den schwierigsten Zeiten dazu und entwickelt sich weiter. Und wenn es nicht klappt mit dem Auslandaufenthalt, dann backe ich halt zu Hause schwedische Zimtschnecken und schaue dazu schwedische Krimis in Originalsprache.