Melchnau
Eine Whisky-Reise mit ganz bitterem Nachgeschmack

Die Mitglieder des Whisky-Clubs Melchnau erlebten auf einer Schottland-Reise eine böse Überraschung: Ihr Gastgeber entpuppte sich als ausgesprochener Rüpel mit hinterwäldlerischen Vorstellungen.

Johannes Reichen
Drucken
Teilen

Solothurner Zeitung

Eine «Vereinsreise nach Schottland» ist sogar in den Statuten des Whisky-Clubs Melchnau festgehalten. Nun endlich, im zehnten Jahr des Bestehens, hatte es geklappt. Am 31. Juli brachen 13 Vereinsmitglieder Richtung britische Insel auf. Während einer Woche besuchte die Melchnauer Reisegruppe elf Whisky-Brennereien und eine Bierbrauerei. «Es war eigentlich eine wunderbare Reise», sagt Präsident Patrick Bremgartner. Nur einmal hatten sie kein Glück, wie der «Blick» gestern schrieb.

Für die Nacht auf Donnerstag, 4. August, hatte die Gruppe im «Foyers House» in der Ortschaft Foyers Übernachtungen und Nachtessen gebucht. Foyers liegt in der Nähe des berühmten Loch Ness im nördlichen Teil Schottlands. «Wir waren in zwei Kleinbussen unterwegs und kamen am Mittwochabend um etwa 20 Uhr dort an», sagt Bremgartner. Im Voraus hatten sie eine Anzahlung von etwa 400 Franken geleistet.

Ein seltsamer Zusatzvertrag

Die Probleme begannen, als jemand eine Zigarette anzünden wollte. «Rauchen sei nur dort erlaubt, wo man das Haus nicht im Blick habe, erklärte uns der Besitzer.» Auch habe er vorschreiben wollen, wer beim Nachtessen Alkohol trinken dürfe und wer nicht. Vor allem aber habe der Wirt eine Unterschrift für einen Zusatzvertrag verlangt. «Wir sollten für jegliche Schäden und Verschmutzungen aufkommen, die wir verursachen», wundert sich Bremgartner. Die Kosten sollten direkt der Kreditkarte abgezogen werden. Das schien den Melchnauern dann doch zu viel. Sie verweigerten die Unterschrift. Da zerriss der Gastgeber den Vertrag. Die Melchnauer reisten ab, ohne dass sie die Anzahlung zurückerhalten hätten. Doch dabei blieb es nicht. «Kaum waren wir abgereist, hatte der Wirt unsere Kreditkarte um den Betrag für Nachtessen und Übernachtung belastet.» Alles in allem: nochmals gegen 1200 Franken.

Wer im Internet nach Kundenbewertungen der besagten Unterkunft forscht, bekommt die ganze Palette an Meinungen zu lesen, von «ausgezeichnet» bis «ungenügend». Auf der Homepage des Foyers House wird man zuerst darüber informiert, dass Kinder und Babys nicht erwünscht sind. «Für Jüngere ist das Hotel eher ungeeignet», sagt Bremgartner. «Wir sind wohl nicht die Einzigen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben.»

Kaum mehr Hoffnung

Nur mit Mühe fanden die Mitglieder des Whisky-Clubs noch eine Unterkunft für die Nacht, und am nächsten Tag suchten sie die Polizei auf. «Da wurde uns erklärt, dass wir zu einem Friedensrichter gehen müssten», sagt Patrick Bremgartner. Sie versuchen nun, über die Kreditkartenfirma und die Buchungsfirma an ihr Geld zu kommen. «Aber die Chancen stehen eher schlecht.»

Aktuelle Nachrichten