Dietikon
Eine junge Generation hält die Sichlete am Leben

Ein neuer Verein will den Traditionsanlass weiterführen – mit kleinen Änderungen.

Sandro Zimmerli
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Sichlete Dietikon
26 Bilder
Heimische Klänge gehören weiterhin zur Sichlete.
Auch Stadtpräsident Otto Müller (Mitte)besuchte die Sichlete 2013.
Die Trychlergruppe Dietikon ist seit ihren Anfängen an der Sichlete vertreten
An Helfern herrschte bei der Sichlete noch nie Mangel.
Astrid Dätwyler, Hildegard Baer, Mike Grendelmeier im Jahr 2012
Bis auf den letzten Platz besetzt - die Sichlete 2012
Mitglieder der Trachtengruppe 2012.
Impressionen aus dem Jahr 2012
Das Essen blieb über all die Jahre unverändert -- Speck, Wurst, Bohnen, Kartoffeln, Sauerkraut.
Der Entscheid ist ihnen nicht leicht gefallen -- Astrid Dätwyler, Präsidentin der Trachtengruppe, und Mike Grendelmeier, Sichlete-OK-Präsident
Impressionen aus dem Jahr 2010
Impressionen aus dem Jahr 2010
Die Musik gehört dazu.
Die Gründerin der Sichlete, Hildegard Baer, im Jahr 2009. Sie ist vor kurzem verstorben.
Die Trychlergruppe Dietikon macht seit den 1990er-Jahren mit.
Ohne die freiwilligen Einsätze in der Küche wäre an der Sichlete nichts gegangen.
Zusammensitzen und in alten Zeiten schwelgen - das ist die Sichlete
Die Sichlete in ihren Anfangszeiten
1991 kam der Holzbau dazu
In den früheren Jahren - hier ein Bild von 1982 - schleppte die Trachtengruppe noch das Schulhausmobiliar unter die Arkaden
Die Sichlete im Jahr 1980
Berner Platten vor dem Servieren
Den Blumenschmuck hat die Trachtengruppe immer selbst hergestellt
Beim Aufstellen des Holzanbaus im Jahr 1991
Die Mutter der Sichlete an deren dritten Durchführung im Jahr 1980 -- Hildegarde Baer, geborene Planzer

Sichlete Dietikon

Sandro Zimmerli

Das Bedauern war gross, als die Trachtengruppe Dietikon letzten Sommer bekannt gab, dass die Sichlete bald Geschichte sein werde. Der Grund: Der Verein, der die Sichlete seit fast 40 Jahren durchführte, ist alt geworden. Es wurde daher immer schwieriger, genügend Leute zu finden, die sich aktiv an der Organisation des traditionsreichen Anlasses beteiligen können. Und so wurde die Sichlete im Oktober ein vermeintlich letztes Mal durchgeführt. Doch schon damals keimte Hoffnung auf. Florian Hunsperger, der die Sichlete als Gast kennen und schätzen gelernt hatte, wollte den Anlass nicht so einfach sterben lassen. Er trommelte bereits kurz nach dem Bekanntwerden des Endes des Festes im Kollegenkreis Gleichgesinnte zusammen und kündigte an, die Sichlete weiterzuführen.

Ein wichtiger Schritt dazu wird nun morgen Abend getan. Im Restaurant Heimat findet die Gründungsversammlung für den Trägerverein des künftigen Festes statt. «Wir erwarten zwischen 30 und 40 Personen», sagt Hunsperger. Die Vereinsmitglieder sollen die Sichlete Dietikon, wie sie neu heissen wird, breit abstützen und mit einem bescheidenen jährlichen Beitrag ein finanzielles Grundpolster schaffen. «Wie hoch dieser sein wird, entscheidet sich an der Gründungsversammlung. Er soll aber so festgelegt werden, dass niemand dadurch abgeschreckt wird, dem Verein beizutreten», so Hunsperger. Die Mitglieder würden auch nicht verpflichtet, an der Sichlete mitzuhelfen. «Dennoch hoffen wir, dass der eine oder andere eine Schicht übernimmt», sagt der neue OK-Präsident.

Für Hunsperger ist sein Engagement für den Traditionsanlass, der 1978 von Hildegard Baer aus der Taufe gehoben wurde und jeweils am letzten Wochenende der Herbstferien stattfindet, eine Herzensangelegenheit. «Die Sichlete ist ein besonderes Fest. Dort trifft sich Dietikon. Und für viele Heimweh-Dietiker ist es ein fixes Datum in ihrer Agenda», sagt Hunsperger. Das würden auch die jährlichen Besucherzahlen zeigen, die nach wie vor erfreulich seien. Selbst die Stadt werbe auf ihrer Homepage mit dem Anlass. Dort heisst es, dass Dietikon seine Identität bewahrt und Traditionen pflegt, wie etwa die Sichlete. «Der Anlass wird sich mit seinem Konzept, der Dekoration und dem Angebot auch künftig von anderen Festen abheben. Die Sichlete ist ja traditionellerweise ein Erntedankfest. Diese Idee gefällt mir», so Hunsperger. Kurzum, ohne Sichlete würde in Dietikon etwas fehlen.

Berner Platte bleibt im Angebot

Am Rahmen der Sichlete soll sich daher auch wenig ändern. Selbstverständlich gehöre weiterhin die aus Sauerkraut, Kartoffeln, Bohnen, Speck, Zungenwurst und Schinken bestehende Berner Platte zum kulinarischen Angebot, so Hunsperger. «Der Anlass wird auch wie gewohnt unter den Arkaden des Zentralschulhauses stattfinden», sagt er. Dennoch wolle man das Fest, das vom 21. bis zum 23. Oktober stattfindet, etwas mehr öffnen, vor allem für jüngere Leute. Vorgesehen sei etwa eine bereits am Freitagabend geöffnete Bar in einem separaten Barwagen. «Es ist gut vorstellbar, dass dort Schlager und Partymusik gespielt wird», sagt der Dietiker. Am Konzept, Ländlermusik zu spielen, will das neue Organisationskomitee ebenfalls festhalten. «Wir versuchen jedoch für den Samstagabend, eine Schwyzerörgeli-Gruppe zu engagieren, die moderne Musikrichtungen auf ihre ganz eigene Art interpretiert.»

Die Gründungsversammlung für den Trägerverein der Sichlete Dietikon findet morgen um 20 Uhr im Restaurant Heimat statt. Sie steht allen Interessierten offen.