Sterbehilfe
Dignitas-Gründer Minelli auch vor Bundesgericht abgeblitzt

Ludwig A. Minelli ist mit einer Verleumdungsklage gegen eine Autorin der «Zürichsee-Zeitung» («ZSZ») auch vor Bundesgericht abgeblitzt. Es beurteilte eine Kolumne über den Dignitas-Gründer als Satire und nicht als Verleumdung.

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Ludwig A. Minelli (Archiv)

Ludwig A. Minelli (Archiv)

Keystone

Das Bundesgericht sei zum Schluss gelangt, dass die Autorin vom Zürcher Obergericht zurecht freigesprochen worden sei, heisst es in der Dienstagausgabe der «ZSZ». Unter dem Titel «Besser sterben» hatte sich die «ZSZ»-Kolumnistin 2009 kritisch mit Ludwig A. Minelli und seiner Sterbehilfeorganisation Dignitas auseinander gesetzt.

Unter anderem hatte sie ausgeführt: «Was für ein Monster, dieser Mann, der auf Wunsch in miesen Kammern und sogar auf Parkplätzen weit hergereiste Leute abmurkst». Das liess sich Minelli nicht bieten und klagte die Kolumnistin beim Bezirksgericht Horgen wegen Verleumdung ein.

Dieses verurteilte die Autorin 2010 in erster Instanz zu einer bedingten Geldstrafe. Zudem hätte sie Minelli 1000 Franken Schmerzensgeld zahlen müssen.

Ganz anders beurteilte das Obergericht den Sachverhalt und hob den Schuldspruch des Bezirksgerichts vollumfänglich auf. Das von Minelli angerufene Bundesgericht kam nun zum selben Schluss. Die Autorin, so das höchste Gericht, habe den Begriff «abmurksen» als satirische Überhöhung für «Sterbehilfe ausführen» gebraucht. (sda)