Dietikon
Die S-Bahn macht einen Probehalt im Gebiet Silbern

Eine ETH-Studie will herausfinden, wie sich Pendlerströme im Nahverkehrsbereich verhalten. Weil im Bereich Coop Silbern dereinst eine S-Bahn-Station entstehen könnte, wird dort nun ein Testhalt gemacht.

Sandro Zimmerli
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Der einmalige Testhalt beim Coop Silbern wird eine Minute dauern.

Der einmalige Testhalt beim Coop Silbern wird eine Minute dauern.

Daniel Diriwächter

Das Komitee «Vorwärts Limmattal!», das sich seit Jahren für eine S-Bahn-Station Silbern in Dietikon einsetzt, kann einen Erfolg verbuchen. Heute wird die S-Bahn zwischen Dietikon und Baden erstmals probehalber einen Zwischenhalt im Raum Coop Silbern einlegen. Otto Müller, Präsident des Komitees und Präsident der Stadt Dietikon, freut sich: «Wir haben lange darauf hingearbeitet. Das ist zwar noch kein S-Bahnhalt an sich, aber doch ein begrüssenswerter Entscheid der Zürcher Verkehrsbetriebe.»

Möglich wurde der Testbetrieb, weil das Bundesamt für Verkehr im Departement von Bundesrätin Doris Leuthard einen 28 Kilometer langen Eisenbahntunnel zwischen Zürich und Aarau zu planen beginnt. Auf den ursprünglich vorgesehenen Honeret-Tunnel zwischen Altstetten und Mellingen soll verzichtet werden. Ebenso auf den Chestenbergtunnel in der Nähe von Aarau. Mit dem ambitiösen Langtunnel zwischen Zürich und Aarau soll der unumstritten grösste Engpass auf dem schweizerischen Bahnnetz beseitigt werden. Dieser Entscheid schafft auf absehbare Zeit mehr Platz auf den Geleisen im Limmattal und gibt der Forderung nach einer S-Bahnstation Silbern neuen Auftrieb.

Nur ein Halt ist möglich

Den Ausschlag für den Probebetrieb mit einer S-Bahnstation Silbern gegeben hatte aber eine Studiengruppe der ETH, die im Rahmen des Verkehrsprojekts «urban mobility behaviour» (umb) eine Datenerhebung durchführt über das Verhalten von Pendlerströmen im periurbanen Nahverkehrsbereich des Metropolitanraums. «Dazu brauchen wir konkrete Befragerdaten, die bei Benützerinnen und Benützern des S-Bahnnetzes erhoben werden können», erläutert Peter Klar, Leiter des Projekts und Studienbeauftragter der ETH.

Auch Markus Traber vom Amt für Verkehr begrüsst den Versuchsbetrieb: «Im Hinblick auf die Einreichung der Agglomerationsprogramme der dritten Generation Ende 2016 ist es sehr wertvoll, den Nutzen der Massnahmen dem Bund konkret aufzeigen zu können. Mit dem Testbetrieb werden wichtige Erkenntnisse verfügbar gemacht, die für die Priorisierung und mögliche Mitfinanzierungen für den Bund entscheidend sind.»

Der Probehalt findet jedoch nur ein einziges Mal statt. Die S-Bahnlinie ist zu frequentiv und deshalb nur in Ausnahmefällen zu Testzwecken geeignet. Wer die neue S-Bahn-Station selber testen will, muss sich deshalb spätestens heute um 15 Uhr beim Coop Silbern einfinden. Denn um diese Zeit wird eine S-12-Komposition am Bahnhof Dietikon starten und einen Halt auf dem Gleis Nummer 66 in Silbern um 15.01 Uhr einlegen. Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten während einer Minute sind vorgesehen. Die Haltezeit sei bewusst knapp bemessen um den Taktfahrplan einigermassen sicherzustellen, heisst es bei den ZVV. Solche ausserordentlich angeordnete Halte würden ab und zu vorkommen. Normalerweise beruhten sie jedoch auf Fahrplanabweichungen oder seien ereignisrelevant.