Autofreie Sihlstrasse
Die Flaniermeile in der Zürcher Innenstadt lässt auf sich warten

Das umstrittene Verkehrsprojekt der autofreien Sihlstrasse verzögert sich. Filippo Leutenegger schiebe das Projekt einer Flaniermeile in der Innenstadt absichtlich hinaus, spekulieren Grüne.

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Visualisierung Uraniastrasse mit Gegenverkehr
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Sihlstrasse historisch
Sihlstrasse in der Gegenwart
Sihlstrasse in der Zukunft
Es würde eine neue, grössere Fussgängerzone in der Innenstadt entstehen.
Der Verkehr von der Sihlporte zur Limmat würde wieder über die Uraniastrasse gehen.
Visualisierung Bahnhofstrasse, Kreuzung Uraniastrasse
Zürcher Sihlstrasse: Flanierzonen in der Innenstadt
Bahnhofstrasse historisch
Bahnhofstrasse in der Gegenwart
Bahnhofstrasse in der Zukunft

Visualisierung Uraniastrasse mit Gegenverkehr

Stadt Zürich

Seit Jahren plant das Tiefbauamt Zürich das rund 400 Meter lange Stück zwischen Sihlporte und Bahnhofstrasse für den Verkehr zu sperren. Autos und Motorräder müssten auf die Uraniastrasse ausweichen. Laut Tiefbauamt würde diese die zusätzliche Verkehrsbelastung aber verkraften.

Nun verschiebt sich die Umsetzung um mindestens zwei Jahre, wie der «Tages-Anzeiger» am Donnerstag mitteilte. Dies ärgert links-grüne Politiker und die Betroffenen: «Ich warte schon lange auf die verkehrsfreie Sihlstrasse», sagt Gastronom Rolf Hiltl, dessen Restaurant direkt an dieser liegt, gegenüber der Zeitung. Die ganze Innenstadt würde dadurch aufgewertet. Laut Hiltl würden die Gewerbler in der Nachbarschaft das Projekt unterstützen.

Fussgängerbereich bekommt neues Gesicht

Momentan arbeite man Änderungen ins Projekt ein, welche die Anwohner, Verkehrsorganisationen und der Kanton Ende 2012 vorschlugen. Dies dauere voraussichtlich noch bis Frühling. Ausserdem soll die Sihlstrasse nicht einfach nur autofrei werden sondern auch ein neues Aussehen bekommen, sagt Stefan Hackh, Sprecher des Tiefbauamts. Auch zu berücksichtigen für eine Verzögerung des Projekts seien die Einwände der Anwohner.

«Es muss nicht von Beginn an perfekt sein»

Die Erklärungsversuche des Tiefbauamts werden jedoch abgewehrt: «Es müsse nicht alles von Anfang an perfekt aussehen», so der grüne Gemeinderat Markus Knauss. Es wird ausserdem spekuliert, ob hinter der Verzögerung politische Motive stehen. Da sich die FDP und SVP negativ zum Projekt äusserten, wirft Knauss FDP-Stadtrat Filippo Leuten­egger, welcher die Pläne von seiner Vorgängerin, der Grünen Ruth Genner, übernommen hat vor, er schiebe die verkehrsfreie Sihlstrasse nun so lange wie möglich hinaus.

Andere Stimmen verteidigen Leuten­egger. Er erledige seine Arbeiten sorgfältiger und genauer als Ruth Genner bevor. Dies benötige verständlicherweise Zeit.

Ein definitives Ja zum Projekt sei auch vom Kanton abhängig. Der Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker müsse die Umleitung der Autos bewilligen, da sie kantonale Strassen betrifft. Ob der SVP Regierungsrat das Projekt gutheisst, sei derzeit noch unklar.