Schlieren
Das "Limmi" bleibt bisher auf Aufwand und Verlust wegen Corona sitzen

Das Spital Limmattal begrüsst die kantonale Entschädigung, ist aber unzufrieden mit der Unterstützung für die erste Welle.

Florian Schmitz
Drucken
Teilen
Mehrkosten und Minderertrag: Das Limmi bleibt auf den Kosten durch die Pandemie sitzen.

Mehrkosten und Minderertrag: Das Limmi bleibt auf den Kosten durch die Pandemie sitzen.

Chris Iseli

Der Zürcher Regierungsrat entschädigt Spitäler im Kanton Zürich bis Ende Jahr mit 15 Millionen Franken, um sie beim ­Bewältigen der zweiten Pandemiewelle zu entlasten. Die Höhe der Beiträge ist abhängig von der Bettenkapazität (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Das Spital Limmattal, das über 8 Intensivbetten und 188 Normalbetten verfügt, erhält rund 700000 Franken.

«Wir begrüssen grundsätzlich das positive Signal, welches der Regierungsrat mit dieser Entschädigung aussendet. Es anerkennt unsere Arbeit sowie die geleisteten Mehraufwände», heisst es beim Spital Limmattal auf Anfrage. Die pragmatische Verteilung des Gesamtbetrags nach Bettenkapazität sei transparent und nachvollziehbar. «Das finden wir gut», schreibt das Spital. Seit Beginn der Coronapandemie werde das Spital Limmattal finanziell auf zweifache ­Weise belastet, schreibt die Medienstelle. Das vom Bundesrat ausgesprochene Operationsverbot für nicht dringliche ­Eingriffe habe zu massiven Mindereinnahmen von rund 3,5 Millionen Franken geführt. Zusätzlich seien durch die Umsetzung unzähliger Massnahmen und dynamische Umstrukturierungen hohe Mehrkosten entstanden, so das Spital weiter.

Die am Mittwoch verkündete Entschädigung decke einen Teil, der durch die zweite Welle entstandenen Mehrkosten ab Oktober ab. Im Gegensatz zur aktuellen Finanzierungsrunde sieht das Spital Limmattal die Unterstützung für die erste Pandemiewelle kritisch. Bisher bleibe das Limmi auf den während der ersten Welle entstandenen Mindereinnahmen und Mehrkosten sitzen.

Entschädigung für Mindereinnahmen stehe nicht in Aussicht

Für diese Mehrkosten hat der Kanton im Juni Unterstützungsbeiträge angekündigt (die «Limmattaler Zeitung» berichtete), weshalb in den Medien nun von einer «zweiten Geldspritze» die Rede sei. Die Modalitäten und die Auszahlung der ersten Entschädigung seien aber nach wie vor offen, schreibt das Spital. «Die in Aussicht gestellte Entschädigung der Mehrkosten für die erste Welle erachten wir als ungenügend und die Art der Erhebung im Gegensatz zur jetzigen Vorgehensweise als sehr kompliziert und aufwendig.»

Noch negativer sieht es beim Einnahmenverlust aus. «Für die Mindereinnahmen der ersten Welle steht im Moment weder vom Bund noch vom Kanton eine Entschädigung in Aussicht», schreibt das Spital. Beide Instanzen würden sich nicht verantwortlich fühlen, die vom Limmi erbrachten Vorhalteleistungen zu vergüten. «Wir empfinden dies als eine Art ‹Zechprellerei›. Den Einnahmeverlust müssen wir zurzeit in vollem Umfang selber ­tragen.»