Hörbeeinträchtigungen und Demenzerkrankungen

Verena Gobeli
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Senioren-Arena des Seniorenrates Region Baden, der FAF und des Seniorenforums Wettingen vom 21. Januar 2016

Im Vortragssaal des Regionalen Pflegezentrums Baden fand sich eine überaus große Zuhörerschaft ein, um den Vortrag von Frau Dr. phil. Regula Blaser, Dozentin an der Berner Fachhochschule, Institut Alter, zum Thema Demenz und Hörverlust zu hören. Die Referentin zeigte in einer Übersicht die häufigsten Demenzformen und Hörbehinderungen auf. Man hatte Forschungen über die Frage angestellt, fördert eine Hörstörung eine Demenz oder besteht eine wechselseitige Beeinflussung? Bei einer Hörstörung gibt es Symptome wie: sozialer Rückzug, verminderte Auffassungsgabe, wiederholtes Fragen, Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen. Die gleichen Symptome können aber auch bei einer beginnenden Demenz auftreten. Bei diesen Symptomüberschneidungen sollte abgeklärt werden, ob eine Hörgerätversorgung im Vordergrund steht oder eine Abklärung in der Memory-Klinik. Sind beide Krankheitsbilder vorhanden, hat man festgestellt, dass die kognitive Leistungsfähigkeit innert 6 Jahren deutlich schneller abnimmt. Demzufolge kann eine Hörstörung einen Einfluss auf den Verlauf einer Demenz haben. Deshalb sollte bei einer Demenzabklärung immer zuerst das Hör-und Sehvermögen untersucht werden.

Im 2. Teil sprach Frau Silvia Zanini, Präsidentin vom Verein pro audito Baden, über ihre Erfahrungen als Selbstbetroffene. Wie organisiert man sich den Alltag trotz einiger Hürden? Die folgenden drei Worte prägen den Alltag

MISSVERSTÄNDNIS: Es fehlen oft die hohen Töne oder die Zischlaute und dadurch verändert sich das Wort.

MISSSTIMMUNG: Durch Verwechslungen gibt es schwierige Situationen, aber auch unfreiwilligen Humor.

MISSTRAUEN: Man fühlt sich übergangen.

Der Schlusssatz ihres interessanten Vortrages lautete: Hören heisst: dazu geHören in jedem Alter.

cg