Geräteturnen

So bereiten sich die Limmattaler auf die Schweizer Meisterschaften vor

Nathalie Schneider, Sandra Kaufmann, Silja Mohler und Mika Hodel (v.l.) sind mitten in der Vorbereitung auf die SM. msu

Nathalie Schneider, Sandra Kaufmann, Silja Mohler und Mika Hodel (v.l.) sind mitten in der Vorbereitung auf die SM. msu

Im Geräteturnen reichen Muskeln alleine nicht aus. Aus diesem Grund konzentriert sich der Turnverein Weiningen auch auf die mentale Stärker der Turnerinnen und Turner.

Die Atmosphäre ist locker an diesem Dienstagabend im Schulhaus Schlüechti in Weiningen. Vor allem bei Mika Hodel. Der 19-Jährige sitzt während des Trainings des TV Weiningen entspannt auf der Matte. Er hat seinen Auftritt bei der Schweizer Meisterschaft erst Mitte November.

Dann tritt der Spreitenbacher im Einzelgeräteturnen an, wo er letztes Jahr in der Kategorie K6 den Titel gewann. In diesem Jahr startet er eine Kategorie höher, im K7, der Königskategorie. «Ich werde jeweils erst am Wettkampftag nervös», sagt Hodel, «dann, wenn man in die Halle einläuft und die Atmosphäre mitbekommt. Aber eine gewisse Anspannung ist ja auch positiv.»

Während es Hodel also noch ruhig angehen lassen kann, feilen die Turnerinnen des TV Weiningen noch an den letzten Details, bevor es übermorgen ernst gilt. Dann kämpfen sie an der Schweizer Meisterschaft in Kirchberg im Mannschaftsgeräteturnen um Punkte und Podestplätze.

Einige von ihnen sind jetzt schon angespannt. «Ich spüre eine Woche vorher, dass ein Wettkampf bevorsteht», sagt etwa Silja Mohler. Die 19-Jährige, die im September den Kantonalfinal in Winterthur gewonnen hat, wird für den TV Weiningen an der SM in der Kategorie K7 turnen. «Das Ganze steigert sich langsam.»

Für Mohler ist der Mannschaftswettkampf keiner wie jeder andere. «Man kämpft das ganze Jahr über für sich, und dann startet man als Mannschaft», sagt sie. «Aber man unterstützt einander natürlich auch bei den Einzelwettkämpfen.»

Viel mentales Training

So wie Nathalie Schneider und Sandra Kaufmann. Die beiden Turnerinnen vom TV Urdorf werden zusammen an der SM in der Kategorie Damen an den Start gehen. Sie werden an den Schaukelringen, am Boden, auf dem Minitrampolin und am Reck turnen. Doch der Fokus liegt in dieser Phase der Vorbereitung auf dem Psychologischen. Beide machen viel mentales Training. «Vieles ist Kopf- und Nervensache», bestätigt auch Andi Marti, Trainer beim TV Weiningen.

Dass die Nerven halten, ist aber nicht nur für das Resultat der Mannschaften wichtig. Das Abschneiden der Turnerinnen beim Mannschaftswettkampf an den vier Geräten entscheidet auch darüber, ob sie sich für die Einzel-SM im November in Sion qualifizieren.

So dürfen in der Kategorie Damen nur die 28 besten Turnerinnen nach Sion reisen. Verspüren Schneider und Kaufmann also einen gewissen Druck? «Ich denke gar nicht an die Einzel-SM, sondern an die Mannschaft», sagt Schneider.

Die 25-jährige Urdorferin gibt aber zu, dass eine Komplikation während des Wettkampfes schon einen psychologischen Einfluss hat. «Klar, wenn man stürzt, denkt man sich: ‹Mist, jetzt habe ich die Quali verpasst!›» Ein kleiner Fehler reiche schon, und man sei gescheitert. «Wenn es einem gut läuft, ist das auch gut für das Team.»

Nicht nur allfällige Fehler haben einen psychologischen Einfluss auf die Turnerinnen, sondern auch die Atmosphäre. Und die kann bei einer Schweizer Meisterschaft sehr laut sein. «Da werden Kuhglocken geschwungen, da wird einem zugejubelt», sagt Schneider.

Doch der Lärm macht ihr nichts aus: «Wir haben uns daran gewöhnt, denn wir haben diesbezüglich eine gewisse Routine.» Und Kaufmann ergänzt: «Während des Wettkampfes hört man das nicht.» Für sie ist die laute Atmosphäre sogar eher Motivation. «Wenn man einläuft und die Riegen vorgestellt werden, ist das ein Pusher», sagt die 30-jährige Urdorferin.

Ein Pusher, der den beiden und ihrer Mannschaft eine Topplatzierung ermöglichen soll. Immerhin sind sie letztes Jahr in der Mannschaftswertung Zweite geworden. «Vielleicht schaffen wir es dieses Jahr ganz zuoberst aufs Podest», meint Kaufmann und lacht.

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