Die Stadt Zürich plant, am Üetliberg rund 2100 Bäume zu fällen. Nun stellt sich der Verein Pro Üetliberg gemeinsam mit den Grünen gegen die Aktion. Die Grüne Partei verfasste eine Beschwerde und bezeichnete den «Kahlschlag am Üetliberg als absolut unverantwortlich». Im Gespräch erklärt Margrith Gysel, Präsidentin vom Verein Pro Üetliberg, weshalb sie sich gegen das Holzen wehrt und welche Pläne sie für den Üetliberg hat.


Warum wehren Sie sich so vehement gegen das Holzen am Üetliberg?
Margrith Gysel: Das ganze ist ein massiver Eingriff ins Ökosystem. Gerade heute, in der Zeit des Klimawandels können wir uns ein solches Vorgehen nicht leisten. Denn bereits heute ist das natürliche Gleichgewicht gestört, durch den Baumschlag würde das verschärft.

Woran zeigt sich dieses Ungleichgewicht?
Die Bäume helfen gegen die Austrocknung. Insbesondere auch alte Bäume sind massgeblich für den am Wasserkreislauf wichtig. Sie speichern Wasser und filtrieren es. So sind sie gerade in längeren Trockenperioden wichtig für die Feuchtigkeit im Wald.


Was ist Ihre Pläne für den Üetliberg?
Der Üetliberg wurde in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen (BLN-Gebiet) Wir möchten, dass der Wald auch weiterhin Naherholungsgebiet bleibt. Das heisst, als Erstes ist es uns wichtig, dass die Abholzung gestoppt wird.


Sie reden von Abholzung, nicht von einem Kahlschlag, wie im Communiqué der Beschwerde. Sind Sie gegen das Holzen?
Es ist ganz bestimmt kein normales Holzen. Das Auslichten machte vielleicht früher Sinn. Heute und in diesem Fall bestimmt nicht. Zudem werden die schweren Maschinen den Boden belasten.


Wie sieht Ihre Alternative aus?
Wir möchten, dass der Wald, wenn immer möglich, so stehen bleibt, wie er ist.


Aber was, wenn morsche Bäume die Wanderer gefährden?
Wenn wirklich Gefahr droht, kann man die Situation anschauen. Doch das ist bei den meisten Bäumen im Wald am Üetliberg nicht der Fall. Zudem sollte man den Wald mit Fachleuten beurteilen.


Die Stadt Zürich hat das getan und kam zum Schluss, dass die Bäume gefällt werden müssen.
Stimmt. Doch es gibt Experten und Experten. Man müsste diese Angelegenheit in einem breiteren professionellen Gremium besprechen.


Was sagen Sie zur Reaktion des verantwortlichen Stadtrats, Richard Wolff(AL) ?
Dazu will ich mich nicht äussern. Nur so viel: Wir stiessen auf verriegelte Türen bei Grün Stadt Zürich und der kantonalen Baudirektion. Sie verfolgen ihre Linie durch alle Böden. Am Montag wird der Stadtrat nun seine Argumente für die Abholzung vor den Medien vortragen.


Welches wäre Ihr nächster Schritt, wenn das Anliegen abgelehnt wird?
Soweit denken wir noch gar nicht. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir es schaffen.