Unterengstringen

Mit SP-Regierungsrat Mario Fehr auf Corona-Streife

Regierungsrat Mario Fehr (SP) begleitet die Corona-Patrouille durch Unterengstringen. Die Polizei verteilte bislang rund 40 Bussen.

«Kuzuzangpola», sagt der kantonale Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) und beugt sich leicht nach vorne, dabei zeigen seine Handflächen nach oben. Er wird diese Geste auf seinem Rundgang durch Unterengstringen noch mehrere Male wiederholen. Der Gruss aus Bhutan stehe für Respekt vor dem Gegenüber, die Handflächen seien ein Zeichen, dass er keine Waffen bei sich trage. Der Gruss eignet sich auch gut, um ausgestreckte Hände höflich abzulehnen. Wie auf den vorgängigen Besuchen in anderen Zürcher Gemeinden will Fehr nun auch in Unterengstringen sehen, wie die Corona-Vorgaben umgesetzt wurden und wie die Stimmung in der Bevölkerung ist. Dazu begleitete er vier Polizistinnen und Polizisten auf ihrer Corona-Patrouille durch das Dorf.

Auf dem Weg in Richtung Limmat macht Fehr einen kurzen Abstecher in die Bäckerei Wüst. Mit einem Sack Appenzeller Biberli und einem guten Eindruck vom Geschäft kommt er wieder zur Patrouille zurück. «Man kann sogar mit dem Kärtli durch die Plexiglasscheibe bezahlen», sagt er. Ein Polizist beisst ins Biberli, er und seine Arbeitskollegen gehen langsam durch die Strassen und grüssen hie und da. Die Strategie der Zürcher Polizei sei, möglichst viel Verständnis zu schaffen statt möglichst oft zu büssen. Dafür hat sie 8 Millionen Hilfspolizisten im Land: «Pro Tag erhalten wir 20 Anrufe von Leuten, die andere Leute melden. Am Wochenende sind es sogar 30 Anrufe», sagt Martin Litscher, Chef der Regionalabteilung Limmattal/Albis der Kantonspolizei und damit ranghöchster Gesetzeshüter im Limmattal. Meist sind die Menschenansammlungen jedoch zufällig entstanden oder bereits wieder aufgelöst, bis die Polizei vor Ort ist.

Der allergrösste Teil der Übertretungen werde von den Polizisten im Dialog mit den Bürgern geklärt. Im Bezirk Dietikon wurden bislang rund 40 Bussen aufgrund von Verstössen gegen die Corona-Massnahmen verhängt. «Man merkt in letzter Zeit eine gewisse Ermüdung, vor allem bei der Jugend. Doch grundsätzlich macht die Bevölkerung gut mit, wenn man mit ihr redet», sagt Litscher.

Viele Übertreter sind einsichtig

Mittlerweile stehen die Polizisten beim «Känzeli», einem beliebten Ausflugsziel direkt an der Limmat. Momentan ist es nur von zwei Männern belegt. Auch an der Limmat ist es ruhig. Die Leute sind maximal in Zweiergruppen unterwegs. ­Polizistin Rahel Zollinger hat bereits einige Corona-Patrouillen durchgeführt. Sie begegnete dabei vielen einsichtigen Übertretern. Doch das sei nur der Fall, wenn man den Leuten die Situation genau erkläre. «Viele Jugendliche sagen, ‹uns trifft es sowieso nicht›», sagt Zollinger. Wenn sie ihnen dann erkläre, dass sie das Virus auch auf ihre Eltern oder Grosseltern übertragen könnten, lenkten die meisten rasch ein.

Auf dem Weg in Richtung Kloster Fahr grüsst Regierungsrat Fehr Spaziergänger und Sportler. «Wichtig ist, dass die Leute nicht vor der Polizei davonlaufen. Hier plaudern sie gerne mit den Polizisten, das ist ein gutes Zeichen», sagt Fehr. Eine Polizistin lacht, manchmal käme es schon vor, dass die Leute davonlaufen. «Doch diese haben meist auch einen Grund», sagt einer ihrer Arbeitskollegen.

Polizei beriet das Klosterbistro

Im Kloster Fahr angekommen, bleibt die Patrouille vor dem Klosterbistro stehen. «Wir haben die Betreiber des Klosterbistros bezüglich der Wiedereröffnung beraten», sagt Zollinger. Doch da die Umsetzung des Schutzkonzepts für die Wirte zu umständlich und aufwendig war, wollten sie noch zuwarten. Auch die Besenbeiz in der Nähe der Limmat, bleibt trotz mehrmaligen Versuchen Fehrs jemanden herauszurufen, geschlossen. So übernimmt die Gemeindeverwaltung Unterengstringen die Gastgeberrolle. Gemeinderat Yiea Wey Te (FDP) versorgt die Gäste mit kühlen Getränken.

Bei der Gärtnerei Hoffmann begutachtet Fehr nochmals ein Schutzkonzept. «Bis jetzt waren alle Besuche in den Gemeinden sehr zufrieden­stellend. Die Leute halten sich grösstenteils an die Anordnungen. Dazu braucht es Überzeugung, nicht Druck», sagt er. Zum Abschluss bedankt er sich mit ­gebührendem Abstand bei den Polizisten für den Einsatz und fährt mit seinem Chauffeur ­davon.

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