Disziplinarverfahren

Stadt Bern kündigt käuflicher Beamtin

Essen: Ein filet Wellington umsonst?

Essen: Ein filet Wellington umsonst?

Sie prellte zahlreiche Wirte mit erfundenen Restaurantsbesuchen. Daraufhin erhielt die Beamtin zahlreiche Essengutscheine oder Wiedergutmachungen. Die Stadt hat sich nun per sofort von der Polizeiinspektorin getrennt.

Das zur Stadtverwaltung gehörende Polizeiinspektorat ist unter anderem für gewerbepolizeiliche Aufgaben zuständig. Im Oktober trudelten plötzlich bei verschiedenen Wirten in der Region Bern Reklamationsschreiben ein, verfasst von der Angestellten.

Darin gab die Frau vor, bei einem Restaurantbesuch arg enttäuscht worden zu sein. Wohl um der Reklamation Nachdruck zu verleihen, hatte die Frau die Mails sogar von ihrem offiziellen Mail-Konto bei der Stadtverwaltung aus verschickt.

Der mangelnde Erfingunsreichtum wurde ihr zum Verhängnis

Viele Wirte reagierten prompt mit Wiedergutmachungsgeschenken, etwa Essensgutscheinen, Wein oder einer teuren Flasche Cognac. Was die Wirte nicht wussten: die Reklamationen waren allesamt frei erfunden.

Der Schwindel flog schliesslich auf, weil die Reklamationsschreiben inhaltlich alle praktisch gleich lauteten. Bei der zentralen Reklamationsstelle einer Restaurantkette, die in Bern mehrere Lokale betreibt, wurde man ob der identischen Mails stutzig.

Die Stadt leitete umgehend eine Disziplinaruntersuchung gegen die Mitarbeiterin ein. Dabei habe sich der Verdacht erhärtet, schreibt die städtische Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie in einer Mitteilung vom Dienstag.

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