Herzogenbuchsee

Neue Strasse in Herzogenbuchsee soll die Steuerzahler nichts kosten

Hier entlang den Bahngeleisen soll die geplante Quartiersammelstrasse West vorbeiführen.mwo

Hier entlang den Bahngeleisen soll die geplante Quartiersammelstrasse West vorbeiführen.mwo

Fünf Wochen vor der Gemeindeversammlung informiert der Gemeinderat über die Traktanden. Auch eine neue Strasse wird zum Thema. Im Gegensatz zu normalen Strassenprojekten sollen die Kosten aber nicht an den Steuerzahlern hängen bleiben.

In den nächsten Jahren soll sich das Gesicht von Herzogenbuchsee westlich des Bahnhofs stark verändern. Mittels einer Umzonung der heutigen Industrie- und Arbeitszone will der Gemeinderat die Voraussetzungen für Wohnraum und Dienstleistungen schaffen.

Wenn auf dem heutigen Industrieareal dereinst 2000 Menschen leben und arbeiten, würde die heutige Verkehrserschliessung nicht mehr genügen. Deshalb soll eine Quartiersammelstrasse entlang den Bahngleisen für Abhilfe sorgen. Gestern informierte der Gemeinderat über den Projektkredit von 350000 Franken, der am 13. Juni vor die Gemeindeversammlung kommt. Nach der Umnutzung des Areals inklusive einer Park- & Ride-Anlage rechne man mit zusätzlichen 4500 Fahrten pro Tag, sagt die zuständige Gemeinderätin Doris Ingold Sahli (SP).

Die Quartiersammelstrasse würde aber nicht nur den Mehrverkehr schlucken, ist die Bauvorsteherin überzeugt: «Die neue Weststrasse würde auch zu einer kleineren Verkehrsbelastung im Raum Bahnhof und Sonnenplatz führen.» Auch wenn in fünf Wochen erst über den Projektkredit abgestimmt wird, gibt der Gemeinderat bereits eine Schätzung der Baukosten ab. Sie sollen voraussichtlich 6,9 Millionen Franken betragen. Im Dezember 2013 soll die Gemeindeversammlung darüber befinden.

Grundeigentümer müssen zahlen

Im Gegensatz zu «normalen Strassenprojekten sollen die Kosten aber nicht an den Steuerzahlern hängen bleiben. In den dazugehörigen Unterlagen steht wörtlich: «Netto kann somit für die Gemeinde von einem Nullsummenspiel ausgegangen werden.» Wie kommt Herzogenbuchsee also gratis und franko zu einer neuen Strasse? Das Geheimnis heisst Grundeigentümerbeitrag. Weil die Weststrasse eine Erschliessungs-Funktion hat, müssen die Grundeigentümer der Areale einen Kostenanteil übernehmen. «Dieser Anteil wird bei jeder Erschliessung erhoben», erklärt Gemeindepräsidentin Charlotte Ruf (SVP). Momentan verhandle man mit den Eigentümern Fenaco und HG Commerciale über die Höhe ihrer Anteile. Daneben müssen die Besitzer auch noch eine Abgabe wegen der Aufwertung ihres 65000 Quadratmeter-Areals leisten. Der Rest der Kosten soll mittelfristig über die Kanalisationsanschlussgebühren finanziert werden. Die Bürger von Herzogenbuchsee können also über eine Ausgabe befinden, die sie gemäss Prognose des Gemeinderates gar nie selber berappen müssen.

Sicherer Schulweg und mehr Velos

Laut der Bauvorsteherin Sahli Ingold bringt die Weststrasse aber noch weitere Vorteile. Durch deren Bau könnten die bestehenden Strassen für Velos und Fussgänger besser genutzt werden und die Schulwege werden sicherer, sagt sie. Auch der Lärm spielt beim Projekt Weststrasse eine elementare Rolle, erklärt Ingold: «Wenn die Strasse der Bahnlinie folgt, kann der Lärm an einem Ort konzentriert werden. Das wirkt sich auch positiv auf den Wert allfälliger Neubauten aus.»

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