Mit 108 zu 39 Stimmen stellte sich das Parlament hinter die Verschärfung des bereits seit mehreren Jahren bestehenden Konkordats. In der teilweise sehr emotionalen Debatte prallten fast drei Stunden lang die Meinungen aufeinander. Nach acht Fraktionssprechenden standen über ein Dutzend Einzelsprecher vor dem Rednerpult Schlange.

Es sei kein Grundrecht, betrunken und gewalttätig ein Fussballspiel besuchen zu können, konterte der Thuner Sicherheitsvorsteher und SP-Grossrat Peter Siegenthaler.

Auch Regierungsrat und Polizeidirektor Hans-Jürg Käser warb für den Beitritt zum verschärften Konkordat. Vor einem Referendum habe er keine Angst.

Kernstück des verschärften Konkordats ist eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der höchsten Spielklasse. Für die Bewilligung sind die Gemeinden zuständig. Sie haben auch die Möglichkeit, die Bewilligung mit Auflagen zu versehen.

Dazu gehören etwa die Anreise per Kombiticket oder ein Alkoholverbot im Stadion. Insbesondere diese Auflagen wurden von den grossen Sportclubs im Kanton Bern kritisiert. Die Klubs lehnten das verschärfte Konkordat ab, wie sie im Vorfeld der Session vergangene Woche bekanntgaben.

In der Schweiz sind bereits verschiedene Kantone dem verschärften Konkordat beigetreten. In Zürich wurde das Referendum ergriffen. Im Kanton Luzern wurde beim Bundesgericht Beschwerde gegen den Beitritt erhoben.