Kommentar

Zum Entscheid des Bundesrats über Grossanlässe: Es lebe der Sport!

François Schmid-Bechtel

Der Bundesrat hat beschlossen, dass ab Oktober wieder mehr Leute an Grossanlässen zugelassen sind. Die Sportstadien dürfen wieder bis zu Zweidrittel gefüllt sein. Ein mutiger, aber richtiger Entscheid.

Was war das für ein Gejammer von Klub- und Verbandsfunktionären: Dem Sport fehle die Lobby, lamentierten sie, als die erste Coronawelle über das Land schwappte. Von wegen! Der Bundesrat lanciert den Schweizer Profisport mit einem Steilpass vom Allerfeinsten. Ab Oktober dürfen Zweidrittel der Sitzplätze in den Eishockey- und Fussballarenen wieder besetzt werden.

Das ist mutig. In Deutschland, wo die Neuansteckungen proportional markant tiefer sind, müssen die Sportstadien vorerst bis Anfang November mehrheitlich leer bleiben. In der Schweiz hingegen kommt mit wenigen, vernachlässigbaren Einschränkungen ‑ Maskenpflicht, keine Gästefans, keine Stehplätze, Abstandsregeln - wieder Leben in die Stadien. Nicht mal auf den Alkoholkonsum muss verzichtet werden, was im Vorfeld von vielen befürchtet worden ist.

Der Entscheid des Bundesrats ist nicht nur mutig, sondern auch richtig. Einerseits hat sich der Profisport zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt, den man nicht bedenkenlos opfern sollte. Andererseits wünscht man sich vielerorts eine sukzessive Rückkehr zur Normalität. Dies ist nun ein grosser Schritt in diese Richtung.

Gewiss ist der Entscheid auch riskant, wenden die Bedenkenträger ein. Aber welche Gewissheit haben wir denn in diesen Tagen? Müssen wir nicht wagen und ausprobieren, wie das Leben mit Corona funktionieren kann? Eben diese wichtigen Erkenntnisse erhält man nicht, wenn man im Réduit verharrt.

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François Schmid-Bechtel

François Schmid-Bechtel

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