Obwohl sich immer mehr Produktionsstätten auch in Ländern wie Bangladesh, Pakistan und Vietnam ansiedeln, ist China nach wie vor das Land, aus dem die meisten Waren der berühmten Sportartikelmarken wie Adidas, Nike und Puma herkommen.

Ein lukratives Geschäft: Die Marktforscher der NPD Group gehen davon aus, dass in diesem Jahr weltweit rund 17 Milliarden Dollar mit Fussballausrüstung umgesetzt werden. Etwa 3,7 Milliarden seien unmittelbar auf die Weltmeisterschaft zurückzuführen. Der WM-Ball Brazuca etwa wird in Deutschland und den meisten anderen Ländern für stolze 220 Dollar angeboten.

Adidas betreibt in China bereits seit einiger Zeit kaum mehr eigene Fabriken, sondern beauftragt Unternehmen mit der Produktion.

Im Fall von Brazuca handelt es sich um eine Firma mit dem wenig glanzvoll klingenden Namen Ya York Plastic Products, eine Tochtergesellschaft des taiwanischen Sportartikelherstellers Long Way.

Schon bei der WM vor vier Jahren in Südafrika hatte sich dieses Konzept bewährt. Mehr als 13 Millionen Kunstlederbälle setzte Adidas weltweit ab. Hergestellt wurden sie allesamt in Shenzhen.

Trikots nähen im Akkord

Aber auch die meisten Fanartikel stammen aus der Volksrepublik. In Yiwu vor den Toren Schanghais stehen gigantische Fabrikhallen, in denen Zehntausende Arbeiter letztes Jahr im Akkord Trikots und Fahnen nähten. Nach Angaben der englischsprachigen Staatszeitung «China Daily» ist die Ausfuhr von Yiwu nach Brasilien im ersten Halbjahr um über 40 Prozent gestiegen. Der Warenwert liegt bei umgerechnet rund 1,25 Milliarden Dollar.

Auch das Geschäft mit Plagiaten blüht. So sehr Adidas, Puma und Nike darunter leiden – den chinesischen Fabriken ist das egal. Deren Näher stellen sowohl die Ware her, die dann hochpreisig in den Originalgeschäften verkauft wird, als auch die gefälschte Ware für die chinesischen Kleidermärkte.

Was die sehr viel teurer angebotene Ware in den zertifizierten Markenläden von der Ware auf den chinesischen Kleidermärkten unterscheidet: Zwischenhändler gehen in die Fabriken und picken sich die sauber und qualitativ gut verarbeitete Ware heraus. Was wegen möglicher Mängel übrig bleibt, verhökern die Angestellten an chinesische Kleinhändler, welche die Ware dann im ganzen Land anbieten – obwohl auch in China Plagiate von Markenartikeln offiziell verboten sind.