WM14

Algerien reicht Remis gegen Russland und schreibt WM-Geschichte

Russland kommt mit Trainer Capello nicht über ein 1:1-Unentschieden gegen Algerien hinaus und ist damit ausgeschieden. Algerien schreibt WM-Geschichte und steht zum ersten Mal in einem Achtelfinale und trifft dort auf Deutschland.

Bei der vierten WM-Teilnahme hat Algerien erstmals die Vorrunde überstanden. Dank dem 1:1 gegen Russland in Curitiba behielten die "Wüstenfüchse" in der Gruppe H den 2. Platz. Sie treffen in ihrem Achtelfinal auf Deutschland.

Die Russen hingegen müssen die Heimreise antreten. Vier Jahre vor der Heim-WM haben sie eine Enttäuschung zu verkraften. Der erste Achtelfinal-Einzug an einer WM seit dem Zerfall der Sowjetunion bleibt vorerst ein Traum. Die Niederlage gegen Algerien wäre nicht zwingend, doch wie schon gegen Südkorea beging Torhüter Igor Akinfejew einen folgenschweren Fehler.

Algerien ohne Captain

Bei den Algeriern hatte etwas überraschend der Captain und Abwehr-Chef Madjid Bougherra in der Startelf gefehlt. Weshalb der Leitwolf auf der Ersatzbank sass und durch Esseid Belkalem ersetzt wurde, darüber gab es zunächst keine Informationen. Lange dauerte es nicht, bis die neue Innenverteidigung Arbeit bekam und gleich der ersten Prüfung hielt sie nicht stand.

Bereits in der sechsten Minute durften sich die Russen über eine frühe Führung freuen. Aussenverteidiger Dimitri Kombarow hatte vom linken Flügel aus zur Mitte geflankt und Alexander Kokorin traf mit einem wuchtigen und platzierten Kopfball.

Für den erst 23-jährigen Angreifer von Dynamo Moskau war es das erste WM-Tor. Bitter war für die Algerier, dass sie zum Zeitpunkt des Gegentreffers nur mit zehn Mann im Feld gestanden hatten. Sofiane Feghouli hatte an der Seitenlinie eine Kopfverletzung behandeln lassen müssen.

Slimanis Kopfbälle

Die Partie in der Arena da Baixada verlief ausgeglichen. Zwingende Torchancen waren lange Mangelware. Wenn die Algerier gefährlich wurden, dann vor allem bei hohen Bällen auf Sturmspitze Islam Slimani.

Und exakt diese Angriffs-Methode sollte nach einer Stunde zum Erfolg führen. Nach einer Freistoss-Flanke Brahimis nickte Slimani von Sporting Lissabon am entfernten Pfosten ein. Seine Vorderleute hatten den Torschützen zwar ungenügend gedeckt, den Hauptteil der Schuld am Gegentreffer musste auf russischer Seite aber Goalie Igor Akinfejew auf sich nehmen.

Der 28-Jährige, beim russischen Meister ZSKA Moskau Teamkollege von Steven Zuber, hatte die Flanke unterschätzt und am Ball vorbeigegriffen. Möglich, dass er durch einen grünen Laserpointer-Strahl aus dem Publikum etwas behindert wurde. Es war bereits Akinfejews zweiter grober Patzer an dieser WM.

In Russlands Auftaktpartie gegen Südkorea (1:1) hatte er einen harmlosen Weitschuss passieren lassen. Im Tor hatte man vor dem Turnier keine Schwachstelle bei der "Sbornaja" vermutet, gehört doch Akinfejew zu den besten Keepern in Osteuropa.

Russland war zu keiner nennenswerten Reaktion mehr fähig. Die letzte ernsthafte Chance vergab Alexander Kerschakow in der 70. Minute.

Algerien - Russland 1:1 (0:1)

Arena da Baixada, Curitiba. - 38'000 Zuschauer. - SR Cakir (Tür). - Tore: 6. Kokorin 0:1. 60. Slimani 1:1.

Algerien: M'Bohli; Mandi, Belkalem, Halliche, Mesbah; Medjani, Bentaleb; Feghouli, Brahimi (71. Yebda), Djabou (77. Ghilas); Slimani (91. Soudani).

Russland: Akinfejew; Koslow, Wassili Beresuzki, Ignaschewitsch, Dimitri Kombarow; Gluschakow (46. Denissow), Fajsulin; Samedow, Kokorin, Schatow (67. Dsagojew); Kerschakow (81. Kanunnikow).

Bemerkungen. Verwarnungen: 39. Mesbah. 57. Dimitri Kombarow. 59. Koslow. 87. Ghilas (alle Foul). 91. Cadamuro (Ersatzspieler/Unsportlichkeit).

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