Wimbledon
Roger Federer setzt zwanzig Jahre nach seinem Sieg gegen Pete Sampras weiter neue Massstäbe und Rekordmarken

Roger Federer gewinnt vielleicht kein Grand-Slam-Turnier mehr. Aber er spielt mit fast 40 Jahren Tennis auf einem Niveau, von dem selbst er früher nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

Simon Häring
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Roger Federer steht in Wimbledon in der dritten Runde.

Roger Federer steht in Wimbledon in der dritten Runde.

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In der ersten Runde war es eine Berg- und Talfahrt, bei der Roger Federer kurz vor dem Aus gestanden war. In der zweiten zeigte er die beste Leistung seit seiner Rückkehr nach zwei Operationen am Knie und fast anderthalb Jahren Pause und sagte danach: «Das war es, was ich unbedingt wieder einmal gebraucht hatte – eine Partie, ohne gebreakt zu werden, mit langen guten Phasen. Das war ein Highlight des Jahres.»

Sein Gegner Richard Gasquet jedenfalls war voll des Lobes und sagte: «Federer bewegt sich immer noch sehr schnell. Ich weiss nicht, ob er den Titel gewinnen wird, aber sein Level ist einfach grossartig.»

Roger Federer überzeugte gegen Richard Gasquet.

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Mehr noch: «Es fühlte sich an wie früher», sagte Federer am Tag, an dem sich sein Sieg gegen den damaligen Wimbledon-Rekordsieger Pete Sampras in den Achtelfinals zum zwanzigsten Mal jährte, und als «Change of the Guard», als Wachablösung, in die Geschichtsbücher einging.

2001 besiegte Roger Federer in Wimbledon Pete Sampras.

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Wie damals also, als Federer in Wimbledon wischen 2003 und 2007 fünf Mal in Folge gewinnen konnte. Alleine diese Jahreszahlen unterstreichen eine oft unterschätzte Qualität Federers: Er hat es geschafft, sich während 20 Jahren an der Weltspitze zu halten. Seine Rivalen von damals - Lleyton Hewitt, Andy Roddick, oder Marat Safin- sind längst zurückgetreten. Sie hatten in den letzten Jahren ihrer Karriere mit der nächsten Generation nicht Schritt halten können und den Anschluss an die Weltspitze verloren.

Federer aber stellt noch immer neue Rekordmarken auf. In Wimbledon steht er zum 18. Mal mindestens in der dritten Runde. Rekord. Und er ist der älteste Spieler seit Ken Rosewall 1975 bei den Australian Open, der bei einem Grand-Slam-Turnier so weit gekommen ist.

Vor dem Turnier sagte Roger Federer, es sei nie seine Absicht gewesen, in diesem Alter noch Tennis zu spielen. Doch er habe sich seine Freude am Spiel bewahrt und geniesse die Reisen mit der Familie. Doch wichtig seien eben auch die Resultate. Deshalb sei Wimbledon so wichtig für ihn.

Sein Gegner in den Achtelfinals ist der Brite Cameron Norrie (ATP 34). Der war gerade einmal 8, als Federer in Wimbledon erstmals den Titel gewann.

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