Handball-Cup

St.Otmars Lauf geht weiter - 10 Siege in Folge: Die St.Galler Handballer verhindern im Cup das Déjà-vu

St.Otmars Linkshänder Rares Jurca erzielte den letzten Treffer.

St.Otmars Linkshänder Rares Jurca erzielte den letzten Treffer.

St.Otmar gewinnt den Cup-Viertelfinal bei Wacker Thun nach Verlängerung mit 37:36. Damit ist der Halbfinaleinzug perfekt. Dort wartet im Dezember der aktuelle Meister aus Schaffhausen.

Es läuft die letzte Minute der Verlängerung beim Stand von 36:36. Abwehrspieler Frédéric Wüstner erkämpft sich nach einem Fehler der Thuner an der Mittellinie mit letztem Einsatz den Ball. Es ist eine Szene, die sinnbildlich ist für den Sieg St.Otmars.

Den folgenden Angriff absolvierten die St.Galler zu siebt und damit mit einem Mann mehr. Und das Risiko des Spielertrainers zahlte sich auch in dieser Szene aus. Seit der 48. Minute hatte St.Otmar in der 7:6-Formation agiert, wenn nicht gerade ein Spieler eine Strafe absass. Rares Jurca, der beste St.Galler Torschütze, erzielte mit seinem zehnten Treffer 45 Sekunden vor Ende der Verlängerung das letzte Tor der Partie. Wacker Thun schaffte es mit der letzten Offensivaktion nicht mehr, das Resultat auszugleichen. Wohl auch, weil es kein Time-out mehr zur Verfügung hatte.

Thuns Abwehrchef begeht Tätlichkeit

Der Jubel auf Seiten der St.Galler war riesig. Die Verlängerung ging sichtlich an die Nerven. Doch genau in diesem Punkt war St.Otmar dem Gegner einen Schritt voraus. «Wir haben uns nie aus der Ruhe bringen lassen, immer einen kühlen Kopf bewahrt», sagte Coach Andy Dittert. In der Tat liess sich vor allem Spielertrainer Bo Spellerberg nicht von seinem riskanten Plan abbringen. Der routinierte Rückraum nutzte die 7:6-Überzahl Mal für Mal aus, als ob es das Leichteste wäre.

Auch die Provokationen der Thuner nahmen die St.Galler scheinbar regungslos hin. Mit einer Tätlichkeit an Spellerberg schwächte Abwehrchef Stefan Huwyler seine Mannschaft in der 21. Minute gleich selbst. «Das zeigt den Charakter der Mannschaft», sagte Dittert. Auch dass die Equipe Spellerbergs Philosophie derart verinnerlicht, sei sehr schön anzusehen. «Das war ein riesiger Schritt für dieses Team.» Durch den zehnten Sieg in Folge hat sich St.Otmar viel Selbstvertrauen erarbeitet.

Mit Chancen gegen Pfadi und Kadetten

Nun folgen in der NLA die Spitzenspiele gegen Kadetten Schaffhausen und Pfadi Winterthur. «Es ist unser Anspruch, solche Partien zu bestreiten», so Dittert. Mittlerweile sind die St.Galler in ihrer Struktur derart gestärkt, dass auch in diesen Spielen ein Sieg möglich ist.

Der Rückraum mit Spellerberg, Jurca und Andija Pendic war an diesem Abend einmal mehr entscheidend. In der Abwehr packte der Innenblock um Wüstner und Tobias Wetzel leidenschaftlich zu. Und im Tor stand mit Aurel Bringolf zwar für einmal kein überragender Goalie, aber dennoch einer, der in den wichtigen Momenten mit seinen Paraden zur Stelle war. Die stark ersatzgeschwächten St.Galler liessen auch in der Verlängerung nicht nach, was für deren Fitness spricht. Thuns Regisseur Nicolas Suter brachte es auf den Punkt: «Es war am Ende eine Frage der Ausdauer.» Und auch diese sprach neben der Routine und der Taktik an diesem Abend für St.Otmar.

Im Anschluss an die Partie zwischen Stäfa und GC fand die Ziehung der Halbfinals statt. St.Otmar muss in der Vorschlussrunde bei den Kadetten Schaffhausen antreten, während die Stadtzürcher zuhause in der Saalsporthalle auf den HSC Suhr Aarau treffen.

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