Handball

Spanien und Kroatien im EM-Final

Der Kroate Luka Stepancic freut sich über ein Tor im packenden Halbfinal gegen Norwegen

Der Kroate Luka Stepancic freut sich über ein Tor im packenden Halbfinal gegen Norwegen

Titelverteidiger Spanien und Kroatien stehen an der Handball-EM im Final. Die Iberer siegen gegen Slowenien 34:32, Kroatien bezwingt Norwegen in einem packenden Spiel 29:28 nach zweiter Verlängerung.

Selbst Alfred Hitchcock hätte die Partie zwischen Norwegen und Kroatien nicht besser inszenieren können. Das entscheidende 29:28 erzielte der Kreisläufer Zeljko Musa fünf Sekunden vor dem Ende der zweiten Overtime, und zwar mit seinem ersten Torschuss in diesem Spiel. Zehn Sekunden zuvor war der norwegische Regisseur Göran Johannessen am Pfosten gescheitert. Er muss sich allerdings die Frage gefallen lassen, warum er so früh abschloss, war doch kein Zeitspiel angezeigt. Hätte die Partie auch nach 80 Minuten unentschieden gestanden, hätte es ein Penaltyschiessen gegeben.

Das 19:17 für die Kroaten in der 47. Minute war gleichbedeutend mit dem letzten Zweitore-Vorsprung in dieser Begegnung. Die maximale Führung der Truppe vom Balkan betrug drei Treffer, die Norweger lagen nie mehr als mit einem Tor vorne. Vor der Entscheidung schnupperten beide Mannschaften am Final. In der regulären Spielzeit brachten die Kroaten keinen vernünftigen Abschluss mehr zustande, nachdem die Skandinavier 27 Sekunden vor Schluss dank Magnus Jondal zum 23:23 ausgeglichen hatten. Kurz vor dem Ende der ersten Verlängerung erhielten die Kroaten beim Stand von 25:26 einen Penalty zugesprochen, worauf Domagoj Duvnjak die Nerven bewahrte.

Der erste Halbfinal war auch ein Duell zwischen den Superstars Sander Sagosen und Duvnjak, die mit zehn respektive acht Toren zu den besten Werfern ihrer Teams avancierten. Duvnjak, der mehr als 68 Minuten auf dem Feld stand, nahm zudem in der 5-1-Verteidigung als vorgezogener Spieler eine zentrale Rolle ein. Nach der Partie erhielt er die Auszeichnung als Mann des Spiels, wobei er Tränen in den Augen hatte. Sagosen hätte diese Ehre ebenfalls verdient. Der 24-Jährige zeigte eine überragende Leistung, obwohl die Kroaten ein besonderes Augenmerk auf ihn legten.

Spanien gibt klare Führung beinahe noch preis

Spanien hat dank dem Sieg gegen die Slowenen weiterhin die Chance, als erstes Team seit Schweden im Jahr 2002 den EM-Titel erfolgreich zu verteidigen. Die Iberer spielten lange Zeit sehr stilsicher und führten in der 54. Minute noch 32:27. Dennoch mussten sie am Ende nach vielen Fehlern noch zittern. Jure Dolenec verkürzte 74 Sekunden vor dem Ende auf 31:32, ehe Alex Dujshebaev 13 Sekunden vor Schluss mit einem herrlichen Schlenzer alles klar machte. Die Slowenen hatten in der Vorrunde die Schweiz 29:25 bezwungen.

Damit haben die Spanier ihre achte Medaille an diesem Anlass auf sicher. Vier von fünf EM-Endspielen verloren sie allerdings. Die Kroaten stehen zum dritten Mal nach 2008 und 2010 in einem EM-Final - beide Male unterlagen sie. Nun soll es nach den Olympiasiegen 1996 und 2004 sowie dem WM-Triumph 2003 endlich klappen mit der ersten EM-Goldmedaille. In der Hautrunde trennten sich Spanien und Kroatien 22:22. Spannung scheint also garantiert. Derweil müssen die Norweger, die zuvor sämtliche sieben Partien an diesem Turnier gewonnen hatten, weiter auf den ersten Titel an internationalen Meisterschaften warten. 2017 und 2019 holten sie jeweils WM-Silber.

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