Handball

Neuer Vorstand, neues Konzept: So will der RTV Basel bis 2029 ein nationales Spitzenteam werden

Tom Ryhiner, Sven Lüdin, Olivier Herrmann und Stefan Truffer (v.l.n.r.) wollen den RTV zu einem Spitzenklub formen.

Tom Ryhiner, Sven Lüdin, Olivier Herrmann und Stefan Truffer (v.l.n.r.) wollen den RTV zu einem Spitzenklub formen.

Am Tag nach der Wahl von Sven Lüdin zum neuen Präsidenten hat der Basler Handballklub seine ambitionierte Vision vorgestellt.

Sven Lüdin lächelt, als er am Freitagmittag an der Medienkunde das Wort ergreift. Am Donnerstagabend wurde der 43-Jährige an der Generalversammlung des RTV Basel zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt auf Alex Ebi, der nach 18 Jahren im Amt einen geeigneten Nachfolger gefunden hat.

Beziehungsweise mehrere Nachfolger. Denn Lüdin leitet die Geschicke des RTV nicht alleine. Und um das zu demonstrieren, hat er auch gleich drei alte Weggefährten mitgebracht. Tom Ryhiner, Olivier Herrmann und Stefan Truffer sitzen ebenfalls in der Runde. Sie sind ab sofort ebenfalls teil des achtköpfigen RTV-Vorstands. Das neue Konzept haben die vier allerdings alleine ausgearbeitet.

Die vier RTV-Vorstände, die jetzt ein neues Konzept entwickelten, spielten im Jahr 2000 gemeinsam für den RTV.

Die vier RTV-Vorstände, die jetzt ein neues Konzept entwickelten, spielten im Jahr 2000 gemeinsam für den RTV.

«peRspekTiVe2029» heisst der Masterplan, mit dem Lüdin und Co den Basler Handball grösser machen wollen. Alle vier haben RTV-Vergangenheit. Es gibt sogar ein Mannschaftsbild aus dem Jahr 2000, auf dem die vier trotz unterschiedlicher Jahrgänge (1977 bis 80) gemeinsam zu sehen sind. «Wir wollen dem RTV jetzt etwas zurückgeben, das uns der Verein, als wir Jugendliche waren, sehr viel gegeben hat», sagt Lüdin. «Mir wötte bewege», lautet das Motto. Und die Motivation der Herren, den Plan auch in die Tat umzusetzen, wird bei der Präsentation deutlich. Die neue Homepage ist bereits online, ein neues Logo gibt es ebenfalls.

Sven Lüdin zeigt das neue Logo des RTV Basel.

Sven Lüdin zeigt das neue Logo des RTV Basel.

Motivation braucht es auch, denn die Ziele sind ambitioniert. «Langfristig wollen wir unter den nationalen Spitzenteams sein», sagt Lüdin. Rückschläge sind eingeplant: «Es muss nicht alles sofort funktionieren.» Doch Lüdin betont, dass er froh ist, dass sich die neue RTV-Führung bis 2029 und damit langfristig verpflichtet hat. Dann soll der Traditionsverein einer der besten Schweizer Vereine sein.

Die besten Spieler der Region sollen zum RTV

Damit das gelingt haben Lüdin und Co sechs Säulen definiert, die den RTV tragen sollen. Dort spielt auch der Nachwuchs eine wichtige Rolle. «Wir schaffen intensiv daran, dass die besten Junioren aus der Region in Zukunft beim RTV und nicht anderswo Profi werden», sagt Lüdin. Damit das klappt will der RTV die Zusammenarbeit mit den regionalen Leistungszentrum (HSG Nordwest) und den anderen Vereinen in der Region verbessern. «Es geht nur zusammen. Nur so können wir in der Region etwas aufbauen», so Lüdin.

So sieht das RTV-Konzept in nur einem Bild aus.

So sieht das RTV-Konzept in nur einem Bild aus.

In nicht allzu ferner Zukunft sollen diese Säulen auch ein Dach tragen: die RTV Arena. «Überall in der Schweiz haben die Vereine eine geeignete Halle, nur in Basel nicht», sagt Ryhiner. Doch die Verantwortlichen beim RTV wissen, dass vor allem sportlicher Erfolg ein Argument ist, damit die Politik umdenkt und eine neue Sporthalle für 2000 bis 3000 Zuschauer gebaut werden kann. Davon würden auch Volleyballer und Unihockeyaner profitieren, die sich aktuell die wenigen Trainingsstunden in den freien Hallen im Rankhof und im Joggeli teilen.

Saisonstart ohne Altlasten, Kader fast fertig

Die neue Halle ist erst einmal nur eine Vision. Kurzfristig steht die neue Saison vor der Tür. Sie beginnt am 2. September mit einem Auswärtsspiel beim letztjährigen Abstiegskonkurrenten Endingen. Bis auf einen Spieler, der eventuell noch verpflichtet werden könnte, steht das Kader. «Wir sind sicherlich kompetitiver als zu Beginn der vergangenen Saison», sagt Ryhiner. Doch wichtig ist vor allem, dass die neue RTV-Führung ohne Altlasten arbeiten kann, wie Finanzchef Truffer bestätigt. Das liegt auch daran, dass Leute und Firmen grosszügig auf ihnen zustehende Gelder verzichtet haben.

Zudem freut den RTV, dass sich die finanzielle Situation wegen Corona nicht speziell verschlechtert hat. «Sponsoren sind keine abgesprungen», sagt Ryhiner, doch er weist auch darauf hin, dass das Akquirieren schon vor Corona schwierig war. Trotzdem geht der RTV mit einem etwas höheren Budget als zuletzt in die neue Saison. Mittel- bis langfristig soll das Budget sogar stark erhöht werden. Denn nationale Spitze kostet natürlich auch Geld. Doch Lüdin und Co sind zuversichtlich, dass sie auch 2029 noch lächeln, wenn der RTV dann in einer neuen Halle um nationale Titel spielt. So lautet zumindest der Plan.

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