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Nach Bundesratsentscheid: So läuft es in den grossen Teamsportarten

Das leere Wankdorf während des Spiels zwischen den Young Boys und Luzern am Sonntag - an Geisterspiele werden sich die Fussballer der Super League vorerst (wieder) in allen Stadien gewöhnen müssen

Das leere Wankdorf während des Spiels zwischen den Young Boys und Luzern am Sonntag - an Geisterspiele werden sich die Fussballer der Super League vorerst (wieder) in allen Stadien gewöhnen müssen

Nach dem Bundesratsentscheid vom Mittwoch und durch die verschärften Auflagen im Kampf gegen das Coronavirus diskutieren die Teamsport-Verbände, wie es weitergeht. Eine aktuelle Übersicht.

Der Bundesrat erlaubt gemäss dem Entscheid vom Mittwoch weiterhin Trainings und Wettkämpfe von Teams, die "einer Liga mit überwiegend professionellem Spielbetrieb" angehören. Doch welche Sportarten und Ligen erfüllen diese Definition in der Praxis?

Als professionelle Ligen gelten gemäss einer ersten gemeinsamen Einstufung der Bundesämter für Gesundheit (BAG) und Sport (Baspo) sowie von Swiss Olympic die jeweils höchste Spielklasse (Männer und Frauen) in den sechs Sportarten Fussball, Eishockey, Handball, Volleyball, Unihockey und Basketball. Auch die zweithöchsten Männer-Ligen im Fussball (Challenge League) und Eishockey (Swiss League) erfüllen die Kriterien.

Alle anderen Sportarten und Meisterschaften tragen den Status Amateursport; Wettkämpfe sind demnach bis auf weiteres nicht erlaubt. So ist der aktuelle Stand in den grossen Teamsportarten:

Fussball

Die Profi-Ligen Super League und Challenge League führen ihren Spielbetrieb mit Geisterspielen fort. Es ist der Wille da, die Meisterschaft zu beenden. Eine Diskussion unter den Klubs zu allfälligen Fragen der Zukunft wäre anlässlich der GV der Swiss Football League am 20. November möglich. Die Meisterschaften der drittklassigen Promotion League und der tieferen Ligen sind bis auf Weiteres unterbrochen. Bei den Frauen wird die Meisterschaft in der höchsten Liga ebenfalls fortgesetzt.

Eishockey

Die National League und die Swiss League führen ihre Meisterschaft bis mindestens am 1. Dezember fort. Dann wollen die Klubs die Situation neu evaluieren. Ein Unterbruch ist nicht vom Tisch. Nicht alle Vereine der National League waren für eine Weiterführung. Nicht mehr weitergespielt wird bis auf Weiteres in der drittklassigen MySports League und in allen tieferen Ligen sowie in allen Ligen der Frauen.

Handball

An einer Telefonkonferenz entschieden die zehn Klubs der Nationalliga A am Donnerstag, dass die Saison in der höchsten Liga der Männer mit Geisterspielen fortgesetzt wird. Noch offen ist es, wie es mit der NLB sowie den höchsten beiden Frauen-Ligen (Swiss Premium League 1 und 2) weitergeht. Gemäss einer ersten Definition von Swiss Olympic gelten die NLB und die SPL 2 nicht als Profi-Ligen und dürften demnach keine Trainings und Wettbewerbe absolvieren. Die Meisterschaft in tieferen Ligen ist ohnehin unterbrochen.

Volleyball

Bereits vor dem Entscheid des Bundesrats hat Swiss Volley die Meisterschaften aller Ligen mit Ausnahme der NLA bis auf weiteres unterbrochen. Die Männer und Frauen der höchsten Liga setzen ihre Meisterschaften ohne Zuschauer fort, wie der Verband bekannt gab. Vorerst keine Spiele finden im Schweizer Cup statt.

Basketball

Die Nationalliga A werden sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen als Profi-Ligen eingestuft. Den Entscheid, ob die Meisterschaften fortgesetzt werden, dürften die Ligen am Freitag bekannt geben. In der Nationalliga B und in den tieferen Ligen ist der Spielbetrieb unterbrochen.

Unihockey

Bereits am Freitag, fünf Tage vor dem Entscheid des Bundesrats, hat Swiss Unihockey den Spielbetrieb in allen Ligen und Wettbewerben bis vorerst Ende November ausgesetzt. Auch alle Trainingscamps und Länderspiele der Nationalteams für diese Zeit wurden gestrichen. Die NLA-Meisterschaften der Männer und Frauen gelten als "Ligen mit professionellem Spielbetrieb" und dürften gemäss den Auflagen des Bundes spielen.

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