Zug

Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest: Der Kampf um die Tickets geht los

Blick auf das Gelände des Eidgenössischen Schwing & Älplerfests in Estavayer.

Blick auf das Gelände des Eidgenössischen Schwing & Älplerfests in Estavayer.

Seit heute  Mittwoch sind 4000 Eintrittskarten für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest im Vorverkauf. Das Los entscheidet, wer in Zug einen Platz in der Arena bekommt. Das gilt auch für viele eingefleischte Schwingerfans.

Am frühen Abend des 25. Augusts werden 56'500 Zuschauerinnen und Zuschauer dem neuen Schwingerkönig zujubeln. So viele Personen passen in die Arena des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2019 in Zug (Esaf). Nur der kleinste Teil davon wird seine Eintrittskarten über den freien Vorverkauf ergattert haben.

Dieser startet heute Mittwoch, 22. Mai. 4000 Billette werden so an die glücklichen Abnehmer verteilt. Und Glück braucht, wer eine der begehrten Karten will. Denn die Tickets stehen nicht von Anfang an zum Verkauf.

Reservierung für 24 Stunden möglich

Zuerst wird nämlich das Recht für einen Kauf ausgelost. Das passiert bei Ticketcorner. Während 24 Stunden ist das Zeitfenster offen, um sich für einen Kauf zu bewerben. Also: von 00.01 bis 24.00 Uhr. «Wer gezogen wurde, hat danach 48 Stunden Zeit, um sein Kaufrecht zu nutzen», sagt Freddy Trütsch, Medienchef des «Eidgenössischen».

Laut Trütsch wird ein solches Losverfahren erstmals angewendet. Bei früheren Austragungen galt jeweils das Prinzip «de Schneller isch de Gschwinder». Den Systemwechsel begründen die Organisatoren von Zug mit der Chancengleichheit. Trütsch:

Wie viele Leute sich registrieren werden, will Trütsch nicht prophezeien. Bei den letzten Austragungen in Burgdorf und Estavayer-le-Lac seien jeweils auch 4000 Tickets in den freien Verkauf gegangen, «und diese waren binnen weniger Minuten weg. Also kann man das Interesse etwa abschätzen.»

33'000 Billette gingen an Verbände und Klubs

In der Tat. Die Tickets für die «Eidgenössischen» sind begehrt. Und knapp. Ein altes Lied: Schwingen ist beliebt, in Mode, en vogue. Und das «Eidgenössische» ist der grösste Anlass in dieser Form. Da gibt es mehrere Gruppen, die Ansprüche auf Tickets erheben.

Die Stadt Zug, der Kanton und die Zuger Gemeinden haben laut Angaben der Veranstalter gut 3000 Tickets zur Weitergabe erhalten. Mehrere Tausend Tickets werden zudem für Sponsoren und Gabenspender gebraucht. Und: 1000 Plätze umfasst die Helfertribüne.

Der Löwenanteil aber soll an die Schwingfans gehen. Die Verteilung erfolgt im Kaskadensystem - vom Eidgenössischen Verband über die Teilverbände bis hin zu den lokalen Schwingklubs und Verbänden. 33'000 Billetts gehen so in den Umlauf.

Davon erhält der Innerschweizer Schwingerverband etwas mehr als 10'000 Eintrittskarten, wie Präsident Peter Achermann auf Anfrage sagt. Und erklärt:

Nun sei es Sache der einzelnen Vereinsvorstände, die Tickets an jene Schwingerfans zu verteilen, die einen Platz in der Arena verdient hätten. Geht es nach Franz Murpf, könnte ihm diese Entscheidung einfacher gemacht werden. Der Präsident des Entlebucher Schwingerverbandes sagt:

Wie viele Karten sein Verband genau erhalten hat, will er nicht sagen. Gleiches gilt für André Sigrist vom Ob- und Nidwaldner Schwingerverband. Auch er erklärt, sein Kontingent sei «eher knapp bemessen. Wir werden am Ende sicher nicht auf überzähligen Tickets sitzen.» Im Gegenteil, es dürfte wohl Personen geben, die leer ausgehen und die auf dem herkömmlichen Weg nach Billetten Ausschau halten müssten. Und Bruno Odermatt vom Schwingklub Rothenburg:

Ein wichtiger Grund für die allgemein sehr grosse Nachfrage in der Zentralschweiz ist für Sigrist die Nähe zum Austragungsort: «Zug ist viel näher gelegen als zum Beispiel Estavayer-le-Lac 2016. Das macht einen Ausflug ans Esaf natürlich attraktiver.»

Verband spricht von «Luxusproblem»

Was sagen die Organisatoren zur Kritik an der Verteilpraxis? Nichts. Mediensprecher Trütsch verweist an den Eidgenössischen Schwingerverband. Auf die Rückmeldung von der Basis angesprochen, spricht dessen Geschäftsführer Rolf Gasser von einem «Luxusproblem»:

Aber natürlich sei klar, dass die Klubs wachsen würden, wenn der Schwingsport beliebter werde: «Insofern sind wir uns der Problematik bewusst. Es könnten wohl alle mehr Tickets gebrauchen, aber der Platz in der Arena ist halt beschränkt.»

Das günstigste Ticket kostet 50 Franken

Vielleicht also gehen die Schwingerfans, die bei der Verteilung nicht berücksichtigt werden, den Weg über den offenen Vorverkauf. Jeder Registrierte kann sich für den Kauf von maximal vier Tickets bewerben.

Erhältlich sind Billette in drei Kategorien: gedeckte Sitzplätze (245 Franken), ungedeckte Sitzplätze (180 Franken) und Rasensitzplätze (150 Franken). Die Eintrittskarten in diesen Kategorien gelten jeweils für zwei Tage. Hinzu werden auch noch Stehplatztickets für jeweils einen Tag verkauft – für 50 Franken. Und der Zugang aufs Festgelände ist gratis.

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