Judo

Basel forderte Basel heraus

Sara Hasler (in blau) macht im letzten Kampf beim Basler Judo-Derby alles klar für Basel 1.

Sara Hasler (in blau) macht im letzten Kampf beim Basler Judo-Derby alles klar für Basel 1.

Spannung bis zum letzten Kampf im Abstiegsthriller der NLA-Frauen. Zwar gewann der Judoclub Beider Basel alle drei Auseinandersetzungen, dies aber jeweils nur mit 3:2-Kämpfen.

Sowohl gegen Morges wie auch gegen Regensdorf musste das letzte Duell über den Teamerfolg und somit die Abstiegsfrage entscheiden.

Beide Male stieg Aleksandra Schibli für die Baslerinnen auf die Matte. Die Trainerin der zweiten Mannschaft bewältigte die Doppelbelastung mit einer bewundernswerten Lockerheit und einem hundertprozentigen sportlichen Erfolg.

Sie sicherte dem Club mit zwei souveränen Siegen den Verbleib in der höchsten Liga. Nur zum Jubeln blieb der 24-Jährigen keine Zeit, denn nur Augenblicke später musste sie schon wieder über die Aufstellung für den Kampf der zweiten Equipe entscheiden und ihre Coachingfunktion wahrnehmen.

Erfolgserlebnis einer Niederlage

Dies mit Puls 120. "Ich war vor meinen Kämpfen ziemlich nervös, denn ich hatte kaum Zeit, mich aufzuwärmen. Vielleicht war gerade dies mein Erfolgsrezept, dass ich nicht allzu viel von mir erwartete", sagte Schibli.

Begonnen hatte der Tag für die Trainerin mit dem Erfolgserlebnis einer Niederlage. Gleich im ersten Kampf trafen die beiden Basler Teams aufeinander. Schlecht fürs Taktieren, gut für eine "saubere" sportliche Entscheidung ohne Mischeleien.

Und Basel II hielt erstaunlicherweise gut mit, gewann dank Tina Berger und Fränzi Brand zwei der fünf Kämpfe gegen ihre "grossen Schwestern". Vor allem die erst 16-jährige Baslerin Tina Berger bereitete ihrer Trainerin grosse Freude.

Die frisch gebackene Schweizer Jugendmeisterin gewann bei allen ihren drei Auftritten problemlos. Sie ist ein Versprechen für die Zukunft. "Hier ist der Teamerfolg wichtig. Wenn ich gewinne, das Team aber verliert, dann zählt mein Sieg nicht wirklich", sagte eine bescheidene Tina Berger.

Um ein Haar den Abstieg abgewendet

Hätte man nicht Jasmin Bächthold an die erste Mannschaft abgegeben, wären für die zweite Equipe wohl auch Mannschafssiege möglich gewesen. Aufsteigen konnten die Baslerinnen aus reglementarischen Gründen ohnehin nicht.

Die Mannschafts-Meisterschaft im Judo hat eigene Regeln. Zwar fand die dreimal siegreiche Basler Nationalkader-Athletin Deborah Jäggi, der Druck auf die eigene Person sei hier deutlich geringer als bei einem Einzel-Wettkampf, doch auch diese Aussage ist relativ.

Als das Startsignal für Aleksandra Schibli ertönte, hätte ihre Niederlage den Abstieg der Mannschaft bedeutet. "Es ist eine Kunst, dass man als Teammitglied keinen Druck aufeinander ausübt. Den grössten Druck machte ich mir in diesem Moment selber. Erst recht, weil ich zweimal als Favoritin auf die Matte stieg", sagte Schibli. Sie hielt ihm mit stoischer Ruhe stand.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1