Amriswil holte sich dank eines 3:1-Erfolgs gegen den NLB-Vertreter Züri Unterland, der aber mit dem Gewinn des zweiten Satzes überraschte, den dritten Cupsieg in Folge und den insgesamt sechsten in der Vereinsgeschichte.

David gegen Goliath lautete die Affiche, die aber - im Gegensatz zur biblischen Geschichte, - ohne Happy End für den "Kleinen" blieb. Der bis zuletzt aufopfernd kämpfende Aussenseiter schlug sich allerdings weit besser als erwartet und verdiente sich mit seiner starken Leistung auch den Respekt des Gegners.

Gesellenstück im zweiten Durchgang

Ihr Gesellenstück erbrachten die Zürcher im zweiten Satz, den sie - auch begünstigt durch unzählige Fehler des Gegners - mit 25:21 zu ihren Gunsten entschieden. Wirklich dominieren lassen musste sich Züri Unterland zudem nur im ersten und dritten Durchgang, denn auch im vierten machten sie dem haushohen Favoriten das Leben lange schwer. Erst nach dem 11:14 mussten sie sich distanzieren lassen.

Für Züri Unterland ist diese (erwartete) Niederlage kein Unglück, war doch bereits das Erreichen des Endspiels für den NLB-Klub der bisher klar grösste Erfolg des Vereins und die Teilnahme am Cupfinal für jeden seiner Akteure ein unvergessliches Erlebnis. Amriswil wiederum will sich nicht mit dem Cupsieg begnügen. In den nächsten Wochen wird auch der fünfte Meistertitel und damit das dritte Double angestrebt.

Erster Sieger in der "Nach-Volero-Ära"

Der Neuchâtel UC gewann bei den Frauen gegen Aesch-Pfeffingen mit 3:1 und liess sich als erster Titelgewinner in der "Nach-Volero-Ära" feiern. Nach Jahren der Dominanz des mittlerweile nach Südfrankreich dislozierten Volero Zürichs war bei den Frauen eigentlich wieder einmal ein ausgeglichenes Endspiel erwartet worden.

Weil die Neuenburgerinnen aber einen veritablen Fehlstart produzierten und mit dem 20:25 noch gut bedient waren, sah es zuerst nach einem klaren Erfolg von Aesch-Pfeffingen aus. Danach übernahm aber auf einmal der NUC das Kommando.

Das Team der Australierin Lauren Bertolacci steigerte sich zeitweise in einen wahren Spielrausch und hatte in der amerikanischen Liga-Topskorerin Tia Scambray die überragende Akteurin in ihren Reihen. Die Baselbieterinnen fanden gegen den immer stärker agierenden Gegner kein Rezept mehr und mussten sich schliesslich unerwartet deutlich in vier Sätzen geschlagen geben.

Der Erfolg der Neuenburgerinnen kam aber nicht ganz überraschend. Aesch-Pfeffingen hat zwar die letzten zehn Direktbegegnungen in der NLA-Meisterschaft gewonnen und in der vor drei Wochen beendeten Qualifikation zwölf Punkte mehr geholt als der Finalgegner. Wenn es wirklich um die Wurst ging, hatte sich jedoch stets der "Université Club" durchgesetzt - letzten Herbst im Supercup, in den beiden bisherigen Playoff-Serien sowie vor allerdings bereits acht Jahren in den Cup-Viertelfinals.