Fussball

Weiter, immer weiter: Der FCZ spielt mit den Junioren um möglichen Saisonabbruch zu verhindern

Im Spiel gegen den FC St.Gallen bejubelte Ancillo Canepa mit seinen Spielern das Tor zum 3:0.

Im Spiel gegen den FC St.Gallen bejubelte Ancillo Canepa mit seinen Spielern das Tor zum 3:0.

Nach Coronafällen tritt der FC Zürich in Basel mit einem Juniorenteam an. Es ist ein solidarischer Entscheid der Zürcher, um die Meisterschaft zu retten.

Es ist die vielleicht beste Lösung für die Weiterführung der Liga, aber eine mit einem faden Beigeschmack. Heute reisen die Spieler des U21-Teams des FC Zürich nach Basel. Während sich die FCZ-Profis wegen insgesamt zehn Corona-Fällen in Quarantäne befinden, werden sie in der Super League von Junioren vertreten. Auf der Bank nimmt statt Trainer Ludovic Magnin U21-Trainer Marinko Jurendic Platz.

Für die Durchführung der Partie sprachen sich gestern sowohl das Ligakomitee, die Geschäftsleitung der Swiss Football League als auch der FC Zürich selber aus. Dass statt den FCZ-Profis nun ein Juniorenteam in Basel antritt, das in der abgebrochenen Meisterschaft der Promotion League im Abstiegskampf steckte, kommt zwar einer Wettbewerbsverzerrung gleich, doch der Entscheid ist konsequent. Mit aller Macht will die Schweizer Liga ihre Meisterschaft zu Ende bringen. Hätte die Partie von heute abgesagt werden müssen, hätte wegen eines Terminchaos der Abbruch der Meisterschaft gedroht. Ziel bleibt es, bis am 3.August die Saison zu beenden.

FCZ zeigt sich mit dem Entscheid solidarisch

Der FC Zürich, vom Coronavirus hart getroffen, zeigt sich mit seinem Entscheid solidarisch. Der FCZ hätte eine Verschiebung beantragen können. Präsident Ancillo Canepa, der selber positiv getestet wurde, sagt: «Wir sind zum Schluss gekommen, die beiden Spiele gegen Basel und gegen die Young Boys austragen zu wollen. Wenn wir dadurch sicherstellen können, dass die Meisterschaft zu Ende gespielt werden kann, ist dies im Interesse aller Super-League-Vereine.»

So solidarisch der Entscheid des FCZ auch sein mag, bei den Stadtzürchern stellen sich auch Fragezeichen bezüglich der Einhaltung des Schutzkonzeptes. Dass sich ein Präsident des Vereins mit dem Coronavirus infiziert, lässt zumindest daran zweifeln. Eigentlich sollte er sich gemäss dem Liga-Schutzkonzept seinen Spielern nie mehr als auf 1,5 Metern nähern. Als Virenschleuder gilt offenbar die Auswärtsfahrt zu Neuchâtel Xamax im Mannschaftsbus. In den Bussen herrscht strengste Maskenpflicht, gemäss dem FC Zürich wurde sie stets eingehalten.

Das Corona-Schutzkonzept der Swiss Football League ist im Vergleich mit der Bundesliga deutlich lascher. Das Konzept passt die Liga auch nach den jüngsten Vorkomnissen nicht an. Sie weist ihre Vereine aber erneut darauf hin, dass sie sich wieder konsequent daran halten sollen.

Auch bei GC kam es zu einem Fall. Talent Amel Rustemoski wurde positiv gestestet. Anders als beim FCZ musste nur der Spieler selber in die Quarantäne. Für die Liga und die Weiterführung der Meisterschaft gilt es zu hoffen, dass kein weiterer Fall dazu kommt.

Sportlich wird der Klassiker zwischen Basel und Zürich zu einer speziellen Affiche. Während Zürich mit der U21 antritt, läuft der FC Basel mit den Profis auf. «Es ist selbstverständlich, dass wir dieses Spiel mit dem gleichen Respekt und derselben Seriosität angehen werden, wie wenn die erste Mannschaft des FCZ kommen würde», sagt FCB-Trainer Marcel Koller.

Meistgesehen

Artboard 1